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Ehemaliger Hallenwart Rudi Christ wird 85

Sportskanone ist auch im Alter noch fit

Der ehemalige Hallenwart der Glockenspitzhalle Rudi Christ feiert am Mittwoch, 1. Juli, seinen 85. Geburtstag. Sein hohes Alter hindert den mehrfachen "Sportler des Jahres" nicht, weiterhin aktiv zu sein.

Krefeld - Noch im vergangenen Jahr machte er beim Triathlon am Elfrather See mit. Und vor zwei Jahren sprangen bei den Senioren-Weltmeisterschaften im Radfahren der siebte und elfte Platz für ihn heraus. Bei den Siegerehrungen erhielt Rudi Christ, der zum 15. Mal an der WM teilnahm, für seine Erfolge in der Klasse "80 Jahre und älter" jeweils einen Pokal.

Christ war seit jeher eine Sportskanone und ein Allround-Sportler, wie er im Buche steht. Als 13-Jähriger erkämpfte er sich seine erste sportliche Meisterschaft, der noch viele folgen sollten. Er wurde in Würzburg Gebietsmeister im 100 Meter Brustschwimmen. Danach spielte er lange Fußball in Niederlauern/Bayern, ehe er erfolgreicher Skiläufer wurde. Mittlerweile in den 30-er Lebensjahren angekommen, wurde er 1965 Duisburger Stadtmeister im kombinierten Skilauf (Alpin und Langlauf). Auch als Turner hatte er sich zu dieser Zeit einen Namen gemacht und war Teilnehmer der Turnfeste in Essen (1965) und Berlin (1968).

Schließlich fand er den Weg zur Leichtathletik. Als Geher startete er für Bayer 05 Uerdingen und holte mit Lothar Milden und Jochen Saleina Bronze in der Mannschaftswertung bei den Deutschen Meisterschaften 1970 in Berlin. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Hamburg errang er den sechsten Platz. Noch im Alter von 40 Jahren gehörte Christ zu den zehn schnellsten Gehern in Deutschland. In der Klasse M40 war Christ jahrelang über "5000 Meter auf der Bahn", "zehn Kilometer auf der Bahn", "zehn Kilometer auf der Straße" und "20 Kilometer auf der Straße" Weltranglisten-Führender.

Parallel dazu erklomm Christ etliche Berge, darunter die Matterhorn-Nordwand, zweimal die Eiger-Nordwand, achtmal den Mont Blanc und den Shishapangma in Tibet mit 8046 Metern, den er als 65-Jähriger überwand. Und dann entdeckte er das Rennradfahren für sich. Hier feierte er viele große Erfolge, hatte aber auch 1987 einen schweren Unfall. Doch die Ärzte holten den schon klinisch Toten wieder zurück ins Leben, so dass er seit 28 Jahren jährlich zwei Geburtstage feiert. Kurze Zeit später saß er schon wieder im Sattel und wurde 1987 und 1988 Europacupsieger. 1990 war er Bundessieger in der Einzelzeitfahr-Serie seiner Klasse.

Christ hat auch eine künstlerische Begabung, in Bayern und im Rheinland ist er als Bildhauer bekannt. Unter anderem stiftete er mehrere seiner Werke der Stadt Krefeld, so auch ein Handballrelief zum damaligen zehnjährigen Bestehen der Glockenspitzhalle. In seinem Buch "Vom kleinen Racker zum wilden Hund" (ISBN 978-3-86468-342-8), berichtet er über sein Leben und seine sportlichen Erfolge.


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