Edathy-Affäre: CDU sieht "erheblichen Erklärungsbedarf"

Bosbach verweist auf Kontakte von Oppermann und Ziercke

In der Edathy-Affäre ist es für den CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach "nur ganz schwer zu glauben", dass der frühere BKA-Chef Jörg Ziercke keinen Vermerk über seinen Telefonkontakt mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann angelegt habe.

Berlin - Nach den jüngsten Berichten zur Edathy-Affäre sieht der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach einen "erheblichen Erklärungsbedarf". Er sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", es sei "nur ganz schwer zu glauben", dass der frühere BKA-Chef Jörg Ziercke keinen Vermerk über seinen Telefonkontakt mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann angelegt habe. Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, Oppermann und Ziercke hätten wegen der Vorwürfe gegen Edathy nicht wie von beiden behauptet einmal, sondern zweimal miteinander telefoniert.

Das Magazin hatte am Wochenende berichtet, dass in Entwürfen zu internen Chronologien zur Kinderporno-Affäre um den ehemaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy zwei Telefonate zwischen Oppermann und Ziercke dokumentiert seien. In späteren Versionen seien die Hinweise auf die Anrufe von Mitarbeitern aus dem BKA gelöscht worden.

Bosbach sagte dazu, angesichts der "großen Brisanz der Angelegenheit" wäre es "eine faustdicke Überraschung", sollte das BKA bei der Aufstellung der Telefonkontakte fehlerhaft erst zwei Telefonate aufgelistet haben, um danach zu bemerken, dass eines der Gespräche an einem anderen Tag und das zweite gar nicht stattgefunden habe.

Die Linke hatte angesichts dieser Entwicklung am Montag gefordert, dass Oppermann früher als geplant im Bundestags-Untersuchungsausschuss vernommen wird. Der Ausschuss geht der Frage nach, ob Edathy vor den Ermittlungen gegen ihn gewarnt worden sein könnte.

(xity, AFP)