19.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ebola-Patient aus Westafrika in Frankfurt eingetroffen

Ebola-Patient aus Westafrika in Frankfurt eingetroffen

Klinik will am Mittag über Einzelheiten informieren

In Deutschland wird seit heute ein zweiter Ebola-Patient aus Westafrika behandelt.

Frankfirt am Main - Der Patient sei in der Nacht in Frankfurt am Main gelandet und in die Universitätsklinik der Stadt gebracht worden, verlautete am Morgen aus dem hessischen Sozialministerium. Einzelheiten will das Ministerium im Laufe des Vormittags bekanntgeben, an der Klinik ist für 12.00 Uhr eine Pressekonferenz vorgesehen.

Die Uniklinik Frankfurt gehört zu einem Netzwerk aus Krankenhäusern mit Spezialabteilungen zur Behandlung von Patienten mit hochansteckenden gefährlichen Krankheiten. Am Hamburger Universitätsklinikum wird seit Ende August auf einer identischen Station ein Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO behandelt, der sich bei seiner Arbeit in Westafrika mit dem Ebola-Virus infiziert hatte. Dort wütet schon seit Monaten eine Ebola-Epidemie, der schon mehr als 3300 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Im Hamburger Fall hatte die WHO die Behandlung in Deutschland angefragt. Vergleichbare medizinische Spezial-Einrichtungen sind in den Krisenländern nicht vorhanden. Nach Einschätzung von Experten, darunter des für den Gesundheitsschutz in Deutschland zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI), besteht bei Transport und Behandlung von Ebola-Patienten in Industriestaaten aufgrund der guten technischen und organisatorischen Voraussetzungen kein Risiko. Auch in den USA, Spanien und Großbritannien wurden oder werden erkrankte Ebola-Helfer aus Westafrika auf Spezial-Isolierstationen behandelt.

Über den Zustand des Hamburger Ebola-Patienten ist nichts bekannt. Das Hamburger Universitätsklinikum darf sich wegen der ärztlichen Schweigepflicht dazu nicht äußern. Der Erkrankte hat alle Auskünfte untersagt.

Unterdessen wurde bekannt, dass sich im westafrikanischen Liberia ein US-Kameramann mit dem Ebola-Virus infiziert hat und in seine Heimat ausgeflogen werden soll. Der 33-jährige Freiberufler, der für den Sender NBC News tätig ist, habe am Mittwoch erste Symptome gezeigt, teilte der US-Nachrichtensender mit. In einer Behandlungsstation der Organisation Ärzte ohne Grenzen sei er positiv auf Ebola getestet worden.

Der Kameramann arbeitete laut NBC bereits seit drei Jahren in Liberia. Er ist der vierte US-Bürger, der sich in Liberia mit Ebola infizierte. Bei den anderen drei Patienten handelte es sich um christliche Missionare, die sich in medizinischen Einrichtungen angesteckt hatten. Ein weiterer US-Bürger infizierte sich in Sierra Leone mit dem Virus. Ende September wurde das Virus zudem bei einem Liberianer in den USA diagnostiziert, der sich in seinem Heimatland infiziert hatte und zu einen Besuch in den USA aufhielt.

(xity, AFP)


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