Durchschnittlicher Kassenbeitrag bleibt 2015 stabil

Experten erwarten aber Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent

Der durchschnittliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird im kommenden Jahr auf dem derzeitigen Niveau bleiben, für die Versicherten der einzelnen Kassen können sich aber deutliche Abweichungen ergeben.

Berlin - Aus den Berechnungen des GKV-Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt ergibt sich für 2015 ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent.

Die 0,9 Prozent sind genau der Wert, um den der Bundestag den bisherigen Beitrag von 15,5 Prozent mit Beschluss vom Juni gesenkt hat: Ab 2015 liegt er bei 14,6 Prozent. Kommt eine gesetzliche Kasse mit den daraus resultierenden Einnahmen nicht aus, kann sie von ihren Mitgliedern ab 2015 einen Zusatzbeitrag erheben.

Der für das kommende Jahr geschätzte Zusatzbeitrag ergibt sich aus der Gegenüberstellung der erwarteten Einnahmen und Ausgaben im kommenden Jahr: Für das Jahr 2015 geht der Schätzerkreis insgesamt von Einnahmen in Höhe von 198,3 Milliarden Euro aus, wobei die Finanzreserven der Kassen von gut 16 Milliarden Euro nicht eingerechnet sind. Die Ausgaben der Krankenkassen werden voraussichtlich 209,5 Milliarden Euro betragen. Die sich daraus ergebende Differenz von rund elf Milliarden Euro entspricht einem rechnerischen durchschnittlichen Zusatzbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent.

"Die Ergebnisse des Schätzerkreises zeigen, dass sich die Versicherten auch im nächsten Jahr auf Beitragssatzstabilität verlassen können", erklärte eine Sprecherin von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Wie hoch der individuelle Zusatzbeitrag einer Krankenkasse ab 2015 tatsächlich ausfällt, lege die Kasse selbst fest, hieß es weiter. Das richte sich zum Beispiel danach, wie gut eine Kasse wirtschafte - und ob die Kassen ihre Finanzreserven im Sinne der Versicherten nutzen.

Rund 20 Kassen hätten bereits öffentlich angekündigt, dass sie ihren Zusatzbeitrag im Vergleich zu den heutigen 0,9 Prozent absenken wollen. "Damit können mehrere Millionen Versicherte entlastet werden", sagte die Sprecherin. Den für alle Versicherten geltenden Beitrag von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

(xity, AFP)