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Düsseldorfer Mieten werden immer unbezahlbarer

"Wir wollen wohnen!" sammelt Unterschriften

Das Düsseldorfer Bündnis "Wir wollen wohnen!", führte am Mittwoch, 3. April 2019, auf dem Heinrich-Heine-Platz eine Aktion unter dem Motto: "Wohnen wird für immer mehr DüsseldorferInnen unbezahlbar!" durch.

Düsseldorf - "Wir wollen wohnen!" kritisiert, dass es in Düsseldorfer immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Unterstützt wird das Bündnis hierbei von vielen Partnern, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel. "Diese Aktion ist insoweit wirklich unterstützenswert, weil die Aufmerksamkeit auf das drängendste Problem dieser Stadt gelenkt wird," erklärt Geisel im xity-Interview. "Wir sind eine Stadt, die sehr schnell wächst und Platz ist ein knappes Gut. Wir müssen vor allem bezahlbaren Wohnraum bauen um zu verhindern, dass Düsseldorf irgendwann eine Stadt wird, die sich nur noch wohlhabende Menschen leisten können."

Deutscher Mieterbund, Deutscher Gewerkschaftsbund, Diakonie, Caritas, Der Paritätische, SoVD, VdK und AWO wollen sich mit einer Unterschriftenaktion und einer Online-Petition unter www.wir-wollen-wohnen.de gegen geplante Änderungen im Mieterschutz wehren. Die Kritik des Bündnisses ist, dass die Mietpreisbremse bei Neuvermietung fällt. Derzeit darf die neue Miete höchstens 10 Prozent über dem aktuellen Mietspiegel liegen. Ausserdem wollen sie verhindern, dass die Mieten in bereits bestehenden Mietverhältnissen noch weiter steigen. Um dem entgegen zu wirken, fordert "Wir wollen wohnen!" den Bau neuer Wohnungen. "Die einzige Möglichkeit, steigende Mietpreise zu verhindern, besteht darin dass man baut, dass man baut und dass man noch mehr baut,“ sagt Hans-Jochem Witzke, Sprecher des Bündnisses "Wir wollen wohnen!". "Vor allem ist uns wichtig, dass man den Mieterschutz erhält und die gesetzliche Grundlage für die Zweckentfremdung entfällt." In Düsseldorf und anderen deutschen Großstädten wird dringend gebrauchter Wohnraum oft als Ferienwohnung auf Airbnb angeboten. Ausserdem werden tausende Wohnungen für Arzt- und Anwaltspraxen verwendet.

"Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung fehlen alleine in Düsseldorf 44.000 bezahlbare Wohnungen," sagt Sigrid Wolf, Regionsgeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes. "Wir erleben, dass viele Bürgerinnen und Bürger, aber eben auch Gewerkschafter, die bei uns angegliedert sind, sich beschweren, dass sie keine Wohnungen finden, die bezahlbar sind. Das kann so nicht sein, denn viele Mieter können dass einfach nicht mehr leisten. Sie zahlen schon jetzt etwa ein viertel ihres Gehaltes für Mieten. Wenn man Alleinverdiener ist, kann man das mit einer Familie meist nicht stemmen."

Mit der Aktion auf dem Heinrich-Heine-Platz hat das Bündnis "Wir wollen wohnen!" viele Menschen in Düsseldorf erreicht. Bundesweit sind ähnliche Aktionen geplant, um auf steigende Mietpreise und geplante Mieterschutzänderungen aufmerksam zu machen.


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