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Düsseldorf gedenkt in NS-Zeit ermordeter Sinti

Gedenkveranstaltung in der Mahn- und Gedenkstätte

Am Donnerstag, 16. Mai 2019, 17 Uhr, findet eine Gedenkveranstaltung in der Mahn- und Gedenkstätte statt, die an die Verfolgung der Sinti erinnert.

Düsseldorf - Anlässlich des 79. Jahrestages der Deportation von Düsseldorfer Sinti aus dem städtischen so genannten "Zigeunerlager Höherweg" in das Sammellager in Köln-Deutz und von dort in die Ghettos im besetzten Polen findet zum dritten Mal eine Gedenkveranstaltung statt am Donnerstag, 16. Mai, 17 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29.

Die Düsseldorfer Sinti Union e.V. und die Mahn- und Gedenkstätte erinnern damit an den 16. Mai 1940, an dem das Lager von Polizei und SS umstellt und ein Großteil der dort seit 1937 internierten Sinti verschleppt wurde. Die Kölner Messehallen waren nur ein Zwischenstopp für die Familien. Rund 2.500 Sinti und Roma waren zuvor in Hamburg, Stuttgart und Köln "gesammelt" worden. In Deutz kamen so rund 330 Sinti und Roma aus Düsseldorf und dem Ruhrgebiet, mehr als 400 aus dem Kölner Stadtgebiet, weitere 200 aus dem Kölner Regierungsbezirk, aus Aachen, Bonn, Koblenz und Trier zusammen. Am 21. Mai 1940 erfolgte dann vom Bahnhof Deutz-Tief aus der Abtransport. In Polen wurden die Deportierten in provisorische Unterkünfte eingewiesen und zu schwerster Zwangsarbeit heranzogen, etwa zum Bau von Grenzbefestigungen, Straßen, Flugplätzen und Lagern. Viele wurden ermordet: Sie fielen Massenerschießungen oder den Morden in den Vernichtunglagern zum Opfer. Ein Großteil der Düsseldorfer Sinti überlebte den nationalsozialistischen Völkermord nicht.

Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte mit einer Begrüßung und einer Kranzniederlegung durch Rigoletto Mettbach, den Vorsitzenden der Sinti Union Düsseldorf e.V. und Sohn von KZ-Überlebenden, sowie den Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, Dr. Bastian Fleermann.

An den historischen Kontext und an die Folgen für die Betroffenen erinnert die stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Dr. Karola Fings. Sie präsentiert in einem Vortrag neueste Forschungen zum Sammellager Köln Deutz und beantwortet mehrere Fragen: Was passierte im Sammellager in der Messe Köln-Deutz, das als KZ-Außenlager mitten in der Stadt fungierte? Und wie erlebten die Opfer das Geschehen im Frühling 1940?

Die Musik des Danietto-Winterstein-Quartetts sowie aktuelle Lebensaussagen von zwei Sintiza aus dem heutigen Düsseldorf ermöglichen zudem Begegnung und Gespräch im Rahmen dieser Gedenkveranstaltung.


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