Düsseldorf beschließt Neubau der Oper am Rhein

Zeitnahe Entscheidung über künftigen Standort

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Dezember 2021, den Neubau des Düsseldorfer Opernhauses mehrheitlich beschlossen.

Düsseldorf - Die Verwaltung der Landeshauptstadt hatte in ihrer Vorlage für einen Grundsatzbeschluss zum "Opernhaus der Zukunft" einen Neubau des Opernhauses empfohlen und sich somit gegen eine Sanierung des bisherigen Gebäudes ausgesprochen. Die Politik schloss sich nun dem Vorschlag an.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Mit dem Grundsatzbeschluss und der Entscheidung für einen Neubau wurde ein wichtiger Meilenstein für das Projekt 'Opernhaus der Zukunft' gelegt. Nun gilt es sich zeitnah der Standortfrage zu widmen. Eine Entscheidung hierzu soll noch im 1. Quartal des kommenden Jahres herbeigeführt werden." 

Mögliche Standorte der Oper am Rhein

Parallel zu den Prüfungen der Verwaltung hinsichtlich der Frage "Neubau oder Sanierung?" wurden bereits Standortoptionen für einen Oper-Neubau und eine mögliche Interims-Spielstätte betrachtet. Zu Beginn wurden rund 30 Orte identifiziert, an denen eine Oper entstehen könnte. Grundlage für die Auswahl waren zunächst ausschließlich die Flächenbedarfe eines möglichen Neubaus bzw. eines Interims. In einem nächsten Schritt wurden die Standorte hinsichtlich der Kriterien "Zentralität" (z. B. zentrale Lage oder Erreichbarkeit), "Verfügbarkeit" (handelt es sich um städtisches Eigentum, wie sehen die Entwicklungsabsichten aus, etc.) und "technische Machbarkeit" (u. a. Grundstücksgröße, verkehrliche und logistische Erreichbarkeit) untersucht.

Auch die Bürgerinnen und Bürger beschäftigten sich bereits in der ersten Projektphase mit dem Thema Standort. Nach der ersten Prüfung der Verwaltung und unter Einbeziehung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung konnten zuletzt so zwei Standorte für einen möglichen Neubau identifiziert werden: das städtische Grundstück an der Heinrich-Heine-Allee sowie der Standort Am Wehrhahn 1.

Die Standorte gilt es nun näher zu prüfen. Für beide müsste das Baurecht geschaffen werden. Jeder Vorschlag hat zudem seine Besonderheiten, die nun abgewogen werden müssen. Dabei gilt es unter anderem die Verfügbarkeit und das Finanzierungs- und Beschaffungsmodell für die Neubaustandorte zu klären und abzustimmen.

Ziel ist es, im 1. Quartal 2022 eine Standortentscheidung herbeizuführen, sodass im Anschluss die Planungen bezogen auf den Standort konkretisiert werden können. Darüber hinaus soll im Zusammenhang mit der Standortentscheidung das Konzept zur zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung und die geplante Projektstruktur vorgestellt werden. Zudem soll das Raumprogramm und -konzept für das Opernhaus der Zukunft unter Einbeziehung der im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung und der Opernkonzeption gewonnenen Erkenntnisse möglicher erweiterter Nutzungsoptionen angepasst werden.

Mit der Einholung des Grundsatzbeschlusses ist die Arbeit der Projektgruppe "Opernhaus der Zukunft" abgeschlossen. Zur weiteren Begleitung des Vorhabens wird eine Kleine Kommission "Opernhaus der Zukunft" eingerichtet.

Kosten für das neue Opernhaus

Für einen Neubau wurde ein grob geschätzter Kostenrichtwert, ohne Einbeziehung der Kosten für den Baugrund und für den möglichen Erwerb eines alternativen Grundstücks, aufgestellt. Dieser orientiert sich am aufgestellten Nutzerbedarfsprogramm. Der vorläufigen und ausschließlich auf dem aktuellen Wissenstand beruhende Kostenrichtwert beträgt mindestens 716 Millionen Euro.

Unvermeidbare Sanierungsmaßnahmen am jetzigen Standort

In der Vergangenheit traten im Gebäude an der Heinrich-Heine-Allee vermehrt bauliche und technische Mängel auf, die den Spielbetrieb gefährdeten. Aus diesem Grund wurde bereits im Oktober 2017 der Bedarfsbeschluss für die zwingend notwendigen und sicherheitsrelevanten Sanierungen am Gebäude eingeholt. Seitdem wurden rund 11 Millionen Euro zur Aufrechterhaltung des Betriebes in unvermeidbaren Sanierungsmaßnahmen investiert.

Zuletzt wurde Anfang November 2021 die Ausführung und Finanzierung der Abdichtung des Foyerdaches in den Fachausschüssen beschlossen. Auch mit der Entscheidung zum Neubau des Opernhauses sollen zukünftig weiterhin die zur Aufrechterhaltung des Betriebes absolut zwingenden Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden.