DRK: 60 Prozent mehr Anfragen wegen Suche nach Flüchtlingskindern

Suchdienst kann in zwei Dritteln aller Fälle helfen

Bei der Suche nach Flüchtlingskindern oder deren Eltern verzeichnet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) drastisch mehr Anfragen.

Berlin - Ende Dezember 2015 zählte der Suchdienst 345 Betroffene, die jeweils in Ungewissheit über das Schicksal ihres Kindes oder das ihrer Eltern waren, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Freitag berichtete. Das war 2015 insgesamt ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Die wachsenden Zahlen hängen direkt mit den starken Flüchtlingsbewegungen nach Europa zusammen", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der Zeitung. Unter den Suchenden seien viele Kinder unter 15 Jahren. In der Regel könne das Rote Kreuz in zwei Dritteln aller Fälle helfen.

"Durch das einzigartige internationale Netzwerk des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes gelingt es immer wieder, verloren gegangene Kontakte zwischen Familien wiederherzustellen", sagte Seiters. Der DRK-Suchdienst hat sein Hilfsangebot speziell für Kinder unter 15 Jahren in einem Pilotprojekt ausgeweitet.

Die Website www.tracetheface.org ist laut DRK bereits seit 2013 aktiv und richtet sich bisher an Flüchtlinge ab 15 Jahren in Europa, die ihre Angehörigen auf der Flucht verloren haben und sie in einem europäischen Land vermuten.

Um auch die Suche von und nach unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen unter 15 Jahren zu unterstützen, steht jetzt innerhalb der Website ein passwortgeschützter Bereich zur Verfügung. Hier veröffentlichen ausschließlich Rotkreuz-Suchdienste Fotos von Kindern, die nach ihren Angehörigen suchen, sowie Fotos von Angehörigen, die nach Kindern suchen.

(xity, AFP)