Drei mutmaßliche IS-Mitglieder wegen Anschlagsplänen festgenommen

Syrer sollen Auftrag für Anschlag in Düsseldorf erhalten haben

In Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg sind drei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat festgenommen worden.

Karlsruhe - In Deutschland sind drei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden, die nach Behördenangaben einen Anschlag verüben sollten. Die drei Syrer wurden am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Sie hatten demnach den Auftrag erhalten, in der Düsseldorfer Altstadt einen Anschlag zu verüben. Ein vierter Tatverdächtiger sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft.

Es liegen laut Bundesanwaltschaft keine Hinweise dafür vor, dass die Beschuldigten bereits konkret mit der Umsetzung ihres Anschlagsplans begonnen hatten. Die Festnahmen stehen demnach auch nicht im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich.

Zwei der Beschuldigten schlossen sich den Angaben zufolge im Frühjahr 2014 in Syrien dem IS an. Sie erhielten demnach dort von der Führungsebene den Auftrag zu einem Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt.

Die beiden seien schließlich im Jahr 2015 über die Türkei und Griechenland nach Deutschland gereist. Dort hätten sie einen dritten Mann überzeugt, sich an der Anschlagsplanung zu beteiligen. Ein vierter Beschuldigter sei bereits vorher im Auftrag des IS nach Deutschland gereist.

Die Pläne sahen nach den Ermittlungen vor, dass zwei Selbstmordattentäter zunächst Sprengwesten zünden sollten. Danach sollten weitere Attentäter mit Gewehren und Sprengsätzen weitere Menschen töten.

Zu weiteren Tatplanungen kam es laut Bundesanwaltschaft nicht, weil sich einer der Beschuldigten im Februar 2016 in Paris den französischen Behörden offenbarte. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft will sich um seine Auslieferung nach Deutschland bemühen.

(xity, AFP)