17.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Don Carlo" hat Premiere an der Oper am Rhein

"Don Carlo" hat Premiere an der Oper am Rhein

Guy Joosten inszeniert Verdis Oper

Guy Joosten inszeniert Giuseppe Verdis Oper "Don Carlo" an der Deutschen Oper am Rhein. Am Samstag, 13. Februar, ist Premiere im Opernhaus Düsseldorf.

Düsseldorf - Die Neuinszenierung von Guy Joosten kommt am Samstag, 13. Februar, um 19.30 Uhr unter musikalischer Leitung von Andriy Yurkevych auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses. Schon vor der Premiere gibt die Opernwerkstatt am Dienstag, 9. Februar, um 17.00 Uhr im Opernhaus Einblick in die Produktion. Nach seinem Gespräch mit Guy Joosten und Dirigent Andreiy Yurkevych lädt Dramaturg Bernhard F. Loges zum Besuch der Bühnenorchesterprobe ein.

Don Carlo, Infant von Spanien, ist gefangen in seinen Gefühlen zu Elisabetta di Valois, die aus Gründen der Staatsräson nicht mit ihm, sondern mit seinem Vater, König Filippo II., verheiratet wurde. Sein Freund Rodrigo di Posa legt ihm die Befreiung Flanderns von der spanischen Besatzung ans Herz und glaubt, ihm in dieser Aufgabe einen neuen Lebenssinn zu geben. Zugleich ist Marquis Posa ein kalkulierender Politiker, der seine Ideale von Freiheit im totalitären, von der Inquisition durchsetzten Staate verwirklichen will. Er steht dem König nahe, der in ihm gar einen Freund zu erkennen glaubt. Doch für menschliche Beziehungen, ob Freund­schaft oder Liebe, ist in diesem System kein Platz.

"In Verdis 'Don Carlo' bewegen sich junge Menschen im Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und öffent­lichem Zwang. In gegenseitigem Misstrauen, unter ständiger Beobachtung und Bedrohung durch Kirche und Staat ringen sie um das richtige Verhalten und persönliche Glück.", erklärt Guy Joosten, der an der Deutschen Oper am Rhein schon zwei große Inszenierungserfolge mit Strauss' "Die Frau ohne Schatten? und Poulencs "Dialogues des Carmélites" feiern konnte. In dem vernichtenden Autodafé, bei dem die Feinde der Inquisition verbrannt werden, sieht der Regisseur ein öffentliches Forum für die eigentliche Geschichte: ?Es geht um Menschen, die für ihre Ideale brennen und auch verbrennen, weil sie mit ihrer wahnsinnigen Energie nirgend­wo andocken können. Alle Figuren zehren sich auf, weil sie nicht vermögen, ihre Ziele richtig zu verfolgen. Nur der Großinquisitor verwirklicht konsequent seinen Plan, die Macht der Kirche als höchste Autorität zu verteidigen."

Das Bühnenbild von Alfons Flores orientiert sich in seiner Oberflächenstruktur am Palazzo dei Diamanti in Ferrara: eine kalte Architektur der Macht, die in bronzenen Farbtönen prachtvoll und zugleich beängstigend wirkt. Hier ist auch in privaten Räumen keine Privatheit möglich. Im Gegensatz zu dem abstrakt modernen Raum sind Eva Krämers Kostümentwürfe historisch anmutend. Den Kontrast zwischen Privatheit und Öffentlichkeit betonen sie ebenso wie die Lichtregie von Manfred Voss.

Mehrere junge Solisten geben ihr Rollendebüt in den Hauptpartien: Gianluca Terranova, der mit großen Tenor­partien der italienischen Oper international erfolgreich ist, debütiert an der Deutschen Oper am Rhein als Don Carlo. Nach ihren gefeierten Auftritten als Gilda, Luisa Miller und Violetta gibt Olesya Golovneva in Düsseldorf ihr Debüt als Elisabetta, ebenso wie Laimonas Pautienius als Rodrigo di Posa und Ramona Zaharia als Eboli. Adrian Sâmpetrean verkörpert König Filippo II., Sami Luttinen den Großinquisitor und Torben Jürgens den Mönch. Sie spielen zusammen mit weiteren Solisten, dem Chor und dem Extrachor der Deutschen Oper am Rhein sowie den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Andriy Yurkevych, der neben seinem Engagement als Generalmusikdirektor der Warschauer Oper an den großen Opern­häusern in Wien, Zürich und Madrid tätig ist.


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