Dokumentarfilm über Milein Cosman

Uraufführung des Films von Christoph Böll

Die Werke der in Düsseldorf aufgewachsenen und in London lebenden Künstlerin Milein Cosman hängen in den bedeutenden Museen Großbritanniens.

Düsseldorf - In Deutschland, ihrem Geburtsland, das sie einige Jahre nach der nationalsozialistischen Machtergreifung aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verlassen musste, ist sie dagegen kaum bekannt. Der Filmemacher Christoph Böll hat mit viel Feingefühl einen Dokumentarfilm über die großartige Künstlerin gedreht. In Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte zeigt das Filmmuseum Düsseldorf am Montag, 20. Oktober, 18 Uhr, den Film erstmals öffentlich.
Zur Uraufführung werden Regisseur Christoph Böll und Milein Cosman erwartet. Nach der Begrüßung durch Bernd Desinger, Direktor des Filmmuseums, wird Oberbürgermeister Thomas Geisel ein Grußwort sprechen. Im Anschluss an den Film beantwortet Christoph Böll Fragen aus dem Publikum. Alle Filmfans sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Der Film gibt Einblick in ein bewegtes und facettenreiches Leben. Milein Cosman erzählt mit Humor und Tiefgang von ihrer Emigration aus Deutschland, ihren frühen Jahre als Künstlerin in London-Hampstead und ihr Wiedersehen mit der jungen Bundesrepublik Deutschland. Milein Cosman, 1921 in Gotha geboren, ist in Großbritannien eine bekannte Künstlerin. In dem Film "Milein Cosman" erzählt sie von ihrer unbeschwerten Jugend in Düsseldorf und ihrer Emigration, zunächst in die Schweiz, dann nach England. In Oxford studiert die junge Künstlerin an der renommierten Slade School of Art.
Nach dem Ende des Krieges zieht sie nach Hampstead, wo sie auf viele österreichische und deutsche Juden trifft, die dort in der Emigration eine neue Heimat gefunden haben. Zu diesem Kreis gehören Canetti, Fried, Heartfield oder Motesiczky. Der Auftrag, das erste deutsche Bundeskabinett unter Konrad Adenauer für eine Londoner Zeitung zu porträtieren, führt sie zurück nach Deutschland. In diesem Zusammenhang trifft sie auch Carlo Schmid (SPD), der ihr die Idee vermitteln will, nach Deutschland zurückzukehren. Doch Milein Cosman – inzwischen mit dem Musikwissenschaftler Hans Keller verheiratet – entscheidet sich, in London zu leben.
Regisseur Christoph Böll wurde am 2. September 1949 in Köln geboren. 1970 zog er nach Bochum und begann ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Mit dem Eintritt in den Studienkreis Film der RUB wuchs das Interesse an praktischer Filmarbeit und wurde zum zentralen Schaffen seines Lebens. Während seiner Zeit an der RUB entstanden 25-Super-8-Film-Produktionen, die auf internationalen Filmfestivals in New York, Paris, Köln und Bochum liefen. Er drehte unter anderem Dokumentarfilme wie "Der Sprinter", 1984 ; "Der Tag, als die Fische das Aquarium verließen", 1996; "Sehenden Auges", 2007-2012; oder "Ein Dorf – mitten in der Stadt", 2013.

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