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Dobrindt will Piloten besser kontrollieren

Konseuqnz aus Absturz von Germanwings-Maschine

Nach dem mutmaßlich von einem psychisch erkrankten Copiloten herbeigeführten Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Piloten besser kontrollieren.

Berlin - "Depressionen sind weit verbreitet und in den meisten Fällen gut heilbar", sagte Dobrindt in Berlin bei der Vorstellung des Zwischenberichts einer Taskforce zum Thema Flugsicherheit. Der unter Leitung des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erarbeitete Bericht empfiehlt unter anderem, bei der Flugtauglichkeitsprüfung neue Methoden zur Kontrolle von Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch zu prüfen.

Die mögliche Einführung stichprobenartiger Zufallskontrollen von Piloten nach US-Vorbild werde von einer neuen Arbeitsgruppe analysiert, sagte Dobrindt.

Zu den weiteren Empfehlungen der Taskforce zählen eine stärkere Sensibilisierung der Fliegerärzte für psycho-soziale Störungen und die verpflichtende Einrichtung von Anlaufstellen auf europäischer Ebene. An diese Anlaufstellen können sich Piloten und Crewmitglieder wenden, wenn sie bei sich selbst oder ihren Kollegen Auffälligkeiten beobachten.

Ferner fordert der Bericht, den Informationsfluss zwischen Medizinern, Aufsichtsbehörden und Fluggesellschaften zu vereinfachen. Dieser werde teilweise durch die ärztliche Schweigepflicht und Datenschutzrechte unnötig erschwert, heißt es in dem Bericht.

Änderungen am Mechanismus der Cockpit-Tür sind dagegen nicht vorgesehen. "Wir plädieren dafür, dass es keine kurzfristigen Änderungen geben wird", sagte der BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Dagegen habe sich das nach dem Absturz der Germanwings-Maschine eingeführte Zwei-Personen-Prinzip bewährt und solle bis auf Weiteres beibehalten werden.

Bei dem Absturz hatte der deutsche Copilot Andreas L. nach bisherigen Erkenntnissen absichtlich den Sinkflug eingeleitet, nachdem er für einen Moment allein im Cockpit zurückgeblieben war. Nach dem Zwei-Personen-Prinzip ist das nicht mehr zulässig. Bei der Katastrophe am 24. März kamen alle 150 Menschen an Bord ums Leben.

(xity, AFP)


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