Digitaler Architektur-Guide in Krefeld

Führung durch die Häuser Esters und Lange

Die Häuser Esters und Lange sind international bekannte Ausstellungsorte für zeitgenössische Kunst, doch sie sind auch als pure Bauwerke eine Attraktion.

Krefeld - „Die Villen sind Ikonen der modernen Architektur. Deshalb kommen Interessierte aus aller Welt nach Krefeld, um die Häuser zu sehen", sagt Katia Baudin, Leiterin der Krefelder Kunstmuseen. Regelmäßig werden deshalb Architekturführungen und spezielle Fachveranstaltungen zu den Bauten von Ludwig Mies van der Rohe angeboten. Seit dem Bauhaus-Jahr 2019 gibt es zudem zwei permanente Räume zur Architektur der Villen. Als weitere Neuerung haben die Kunstmuseen nun einen Mediaguide vorgestellt, der an 27 Stationen die Geschichte, bauliche Gestaltung und technische Konstruktion der Häuser in den Fokus rückt. Die digitale Führung ist sowohl auf Leihgeräten als auch über das eigene Smartphone abrufbar.

Museumspädagoge Thomas Janzen hat den Guide zusammen mit dem Medienverlag Linon entwickelt. Enthalten sind sowohl Audiodateien, die am jeweiligen Aufenthaltsort des Besuchers passende Informationen geben, als auch eine Vielzahl von Fotos aus öffentlichen und privaten Archiven. Über einen Lageplan lassen sich die verschiedenen Stationen ansteuern. „Wir wollten ein kurzweiliges und leicht verständliches Architekturangebot schaffen, das gleichzeitig so detailliert ist, dass auch Fachleute auf ihre Kosten kommen", sagt Thomas Janzen. Er hat für den Guide vielfältige Hintergründe zusammengetragen, die sich unter anderem auf die frühere Möblierung der Räume und die historische Entwicklung der Krefelder Textilindustrie beziehen. Wichtige Persönlichkeiten wie der frühere Museumsdirektor Paul Wember kommen ebenso vor wie jene Kunstwerke, die inzwischen fest zum Gelände der Villen gehören. „Im Vordergrund steht aber ganz klar die Architektur", sagt Janzen.

Finanziert wurde der Mediaguide aus dem Neustart-Programm des Bundes. „Die Corona-Pandemie hat uns noch klarer bewusstgemacht, dass analoge und digitale Angebote sich ergänzen müssen. Die Formate, die wir während des Lockdowns ausprobiert haben, werden sich auch für die Zukunft festsetzen", betont Katia Baudin. Tatsächlich lässt sich der Guide auch völlig kontaktlos von zu Hause aus nutzen. Wer abends oder am Wochenende nach Bockum fährt, um die Häuser von außen zu bewundern, kann das Angebot, das wahlweise in Deutsch oder Englisch verfügbar ist, ebenfalls über sein Handy nutzen. Der Mediaguide findet sich ab sofort unter www.kunstmuseenkrefeld.de/de/education