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Digitale Technik im Unterricht spaltet Lehrer

Pädagogen stellen Schulen bei Technologie nur mittelmäßiges Zeugnis aus

Der Einsatz digitaler Hilfsmittel stößt bei Lehrern auf ein geteiltes Echo.

Berlin - Bessere Anschaulichkeit im Unterricht und motivierte Schüler - aber gleichzeitig auch mehr Ablenkung und schlechtere Schreibfertigkeiten: Rund die Hälfte würde gern häufiger digitale Medien einsetzen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergab. Insgesamt stellen die Lehrer den deutschen Schulen ein nur mittelmäßiges Digitalzeugnis aus.

54 Prozent der Befragten sagen, dass sie gern häufiger digitale Medien einsetzen würden. Daran gehindert werden sie allerdings auch durch fehlende Technik. 58 Prozent sagen, dass es an den nötigen Geräten für die Nutzung im Unterricht mangelt. Dahinter folgt bei 36 Prozent die Sorge, dass die Technik im Unterricht versagt. Auch ein fehlendes pädagogisches Konzept (13 Prozent) und unzureichende Technikkenntnisse (zwölf Prozent) werden von den Lehrern genannt.

Viele Schulen verfügen der Umfrage zufolge nur über eine digitale Grundausstattung. Geräte wie Beamer, interaktive Whiteboards oder Tablets gebe es "lediglich als Einzelgeräte oder in speziellen Fachräumen", kritisierte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Dabei sollten sie in allen Unterrichtsräumen Standard sein."

Im Schulalltag nutzen bislang nur 20 Prozent der Lehrer ein Whiteboard mit Bildschirmsteuerung als elektronische Tafel an allen Unterrichtstagen. Knapp jeder Dritte nutzt die Whiteboards zumindest regelmäßig.

Tablets werden nur von drei Prozent der Lehrer täglich eingesetzt, von 14 Prozent regelmäßig. Das Smartphone - auf vielen Pausenhöfen allgegenwärtig - spielt im Unterrichtsalltag im Klassenzimmer hingegen fast keine Rolle: Neun von zehn Lehrern (90 Prozent) nutzen es nie, acht Prozent setzten es lediglich in Ausnahmefällen ein.

Grundsätzlich sehen die Lehrer den Einsatz digitaler Technik zwiegespalten. Auf der einen Seite erkennt die Mehrheit Vorteile: Dass Schüler besser motiviert sind, sagen 88 Prozent. Der Aussage, dass Inhalte und Zusammenhänge anschaulicher dargestellt und vermittelt werden können, stimmen 87 Prozent zu.

Auf der anderen Seite sehen die meisten Lehrer auch Nachteile wie negative Auswirkungen auf die Schreibfertigkeiten der Schüler (86 Prozent), dass Schüler dazu verleitet werden, Informationen aus dem Internet zu kopieren (77 Prozent), oder dass konzentriertes Lernen gestört wird (57 Prozent).

Auf der Schulnotenskala bewerten die Lehrer die technischen Voraussetzungen insgesamt gerade noch mit "befriedigend" (3,3). Am besten schneiden die Geschwindigkeit der Internetverbindung ("befriedigend", 2,8) und die Aktualität der Endgeräte ("befriedigend", 3,2) ab.

Lediglich ein "ausreichend" gibt es dagegen für die Schnelligkeit bei der Behebung technischer Probleme (3,7), die Anzahl der Endgeräte im Verhältnis zur Schülerzahl (3,9) und die Anzahl der Softwarelizenzen je Schüler (4,2).

Für die repräsentative Studie wurden 503 Lehrer der Sekundarstufe I an Hauptschulen, Schulen mit mehreren Bildungsgängen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen telefonisch befragt.

(xity, AFP)


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