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Die meisten Kinder in Deutschland sind fit

Viele treiben laut Studie zu wenig Sport

Den meisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gesundheitlich gut.

Berlin - Sie rauchen weniger, trinken seltener Alkohol als noch vor einigen Jahren und viele treiben regelmäßig Sport, wie aktuelle Daten aus der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS zeigen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte. 94 Prozent der befragten Eltern schätzen den Gesundheitszustand ihrer Sprösslinge als gut oder sehr gut ein.

Die Studie befasst sich mit der Gesundheit der Kinder zwischen Null und 17 Jahren. In einer ersten Befragung wurden zwischen 2003 und 2006 umfangreiche Daten erhoben. Bei der Folgebefragung wurden zwischen 2009 und 2012 erneut insgesamt rund 12.300 Kinder und teilweise auch die Eltern befragt. Im Mittelpunkt standen unter anderem das Rauchverhalten, Bewegung, Allergien und andere Krankheiten, Unfälle sowie psychische Auffälligkeiten.

Danach haben 16,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine chronische Erkrankung, wie zum Beispiel Herzkrankheiten, Migräne oder Diabetes. Nur jedes fünfte Kind sei dadurch jedoch eingeschränkt oder daran gehindert, Dinge zu tun, die Gleichaltrige tun können, heißt es in der Studie.

Weit verbreitet sind auch Allergien: Bei rund jedem vierten Kind (26 Prozent) wurde demnach irgendwann schon einmal Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis festgestellt. Allein 12,6 Prozent leiden an Heuschnupfen.

Die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde im Vergleich zur ersten Erhebung vor gut zehn Jahren dagegen nicht häufiger diagnostiziert. Die von den Krankenkassen berichtete Zunahme bei den ADHS-Diagnosen werden durch die aktuellen Daten der Studie nicht bestätigt. Nach Angaben der zwischen 2009 und 2012 befragten Eltern erhielten fünf Prozent der Drei- bis 17-Jährigen die ADHS-Diagnose. Weitere 5,8 Prozent galten nach Einschätzung ihrer Eltern als Verdachtsfall, ohne dass eine Diagnose gestellt wurde.

Erhöhte Risiken etwa für chronische Erkrankungen oder psychische Auffälligkeiten "tragen vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status", erklärte RKI-Präsident Reinhard Burger.

Immerhin hat sich der Anteil der Raucher bei den Elf- bis 17-Jährigen seit der ersten Befragung von 20,4 auf 12,0 Prozent halbiert. Auch der Anteil der Jugendlichen, die schon einmal Alkohol getrunken haben, ist von fast 63 Prozent auf rund 54 Prozent gesunken.

Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland treibt zudem regelmäßig Sport. 77,5 Prozent betätigen sich demnach sportlich. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv zu sein, erreichte aber nur etwas mehr als ein Viertel (27,5 Prozent). Laut Studie bewegt sich ein zu hoher Anteil an Kindern und Jugendlichen immer noch zu wenig.

(xity, AFP)


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