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Die Krefelder Sprödentalkirmes wird 90

Kirmestreiben und Jahrmärkte in der Innenstadt

Für die Krefelder und Besucher ist es heute ganz selbstverständlich, wenn von der "Kirmes" in der Samt- und Seidenstadt die Rede ist, dass damit im Frühjahr und im Herbst der Sprödentalplatz gemeint ist.

Krefeld - Seit 90 Jahren findet dort zweimal im Jahr das bunte Treiben mit Karussells und Losbuden statt. Die Kirmestradition in Krefeld reicht allerdings weiter zurück und vor dem Sprödentalplatz gab es andere beliebte Festplätze in der Stadt wie auf der Hochstraße, dem Friedrichsplatz, der Carl-Wilhelm-Straße und dem Carlsplatz.

Mit der Erlangung der Stadtrechte 1373 hat es in Krefeld auch Jahrmärkte gegeben. Noch bis 1817 wurde von drei alt hergebrachten Märkten berichtet: Zu Lichtmess am 2. Februar 2014, dem früheren Ende der Weihnachtszeit, zu Christi Himmelfahrt und dem Lampenmarkt am 21. September 2014. Wie die Anzahl der Jahrmärkte änderten sich auch immer wieder die Festplätze in der Stadt. Zwischen der Hochstraße und dem Friedrichsplatz konnten die Krefelder bis 1828 Karussell fahren oder exotische Tiere wie eine "Boa Constricor“ bestaunen, die als der "Erwürger von Senegal“ beworben wurde. Warum sich das Kirmestreiben dann auf die Carl-Wilhelm-Straße verlagerte, ist nicht klar. Die reizvolle Lage vor dem Stadtschloss, dem heutigen Rathaus, zog jedenfalls die Bevölkerung in Scharen an. Bis 1861 wurden dort die Verkaufsbuden und Fahrgeschäfte aufgebaut. Neben Waren aus Paris und Berlin faszinierten Degen- und Feuerschlucker das Publikum. Schließlich siedelte die Stadt das Jahrmarktsvergnügen auf dem Carlsplatz an, auf dem sich heute das Kaiser-Wilhelm-Museum befindet. Der Carlplatz diente fortan als zentraler Veranstaltungsplatz: Zirkusse, Wochen- und Jahrmärkte bauten dort ihre Zelte und Buden auf.

Die Krefelder Zeitungen begleiteten die Jahrmärkte häufig mit aufregenden Vorabgeschichten, was das Interesse der Bevölkerung bereits beim Aufbau entfachte. So hämmerten und sägten 1859 Schausteller an einer "Arche“ auf dem Carlsplatz, die mit Affen und anderen exotischen Tieren aufwarten konnte. Das Publikum konnte 1892 den "original Englischen Edison-Phonographen“ ausprobieren: Die Besucher bekamen Gummischläuche in die Ohren gestopft und hörten dann das Londoner Sinfonieorchester. Gegen einen kleinen Geldbetrag durfte man auf eine Wachsrolle seine Stimme aufnehmen und sich diese anschließend anhören. Nach dem Tod Kaiser Wilhelms I. entbrannte um den Carlsplatz ein heftiger Streit zwischen den Kirmesbefürwortern und der Fraktion, die dort zur Ehre und Erinnerung an den Monarchen ein Museum errichten wollten. Die Stadtverordnetenversammlung entschied sich mit einer namentlichen Abstimmung bei 16 zu zehn Stimmen letztlich für das Museum.

Mit dem Bau des Kaiser-Wihelm-Museums ab 1894 endete vorläufig auch die Kirmestradition in der Samt- und Seidenstadt. Erst 1924 wurde der Sprödentalplatz für derartige Vergnügen hergerichtet. Der Platz lag einst vor den Toren der Stadt, ein sumpfiges Areal, in das auch die Abwässer der Krefelder flossen. Dr. Josef Olivier Massot, Rechtsanwalt, Poet, Sprachlehrer und Gartenfreund, erwarb Anfang des 19. Jahrhunderts das Gebiet. Dort ließ er einen Park angelegen, in dem er unter anderem Spargel und Wein anbaute. Die Bezeichnung "Sprödental“ soll übrigens auf ihn zurückgehen. Mit seinem Tod versumpfte das Gebiet wieder und konnte erst mit der Kanalisation 1874 trocken gelegt werden. Die als Damm aufgeschüttete Uerdinger Straße wurde erst 1811 durch diesen Bereich gebaut.

Als Veranstaltungsort wurde der Platz 1911 erstmals genutzt. Dort fand für zwei Monate eine Gewerbe-, Industrie- und Kunstausstellung statt. Der Stadtrat beschloss endlich 1924, den 52 000 Quadratmeter großen "Sprödentalplatz“ als Kirmes- und Messeplatz zu nutzen. Zweimal im Jahr geht es seitdem dort rund: Zwischen 120 und 130 Schausteller gastieren im Frühling und im Herbst mit ihren Fahrgeschäften, Losbuden und Gastronomiegeschäften auf dem Platz. In diesem Jahr lockt die Frühjahrskirmes vom 16. bis zum 25. Mai 2014 anlässlich des 90-jährigen Bestehens mit zahlreichen Fahrgeschäften und Attraktionen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.sproedentalkirmes.de.


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