26.08.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Die büßende Maria Magdalena"

"Die büßende Maria Magdalena"

Düsseldorf gibt Gemälde an die Erben zurück

Nachdem der Kulturausschuss einstimmig beschlossen hatte, das Gemälde "Die büßende Maria Magdalena" an die Nachfahren von Felicia Lachmann-Mosse zu restituieren, erfolgte die Rückgabe an die Erben.

Düsseldorf - Oberbürgermeister Thomas Geisel: "In einem persönlichen Gespräch mit den Erben habe ich zum Ausdruck gebracht, dass es für die Landeshauptstadt Düsseldorf eine Selbstverständlichkeit ist, Kunstwerke zu restituieren, bei denen wie im vorliegenden Fall die Provenienzforschung Hinweise darauf ergibt, dass sie ihren jüdischen Vorbesitzern während der Nazizeit unrechtmäßig entzogen wurden."

Roger Strauch, Vertreter des Mosse Art Restitution Project: "Im Namen des Mosse Art Restitution Project MARP möchte ich der Stadt Düsseldorf und der Verwaltungsspitze meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen für die Restitution des Gemäldes an die Erben von Rudolf Mosse, der einhundert Jahre zuvor ein erfolgreicher und anerkannter Berliner Unternehmer sowie Philanthrop war."

Bei dem restituierten Werk handelt es sich um ein Detail des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gemäldes von Peter Paul Rubens, das sich vormals im Kaiser Friedrich-Museum Berlin befunden hat, wobei ungeklärt ist, ob es Peter Paul Rubens selbst oder seine Werkstatt hergestellt hat, oder ob es sich um eine zeitgenössische Kopie handelt.

Entdeckt wurde das Werk von dem 2017 ins Leben gerufenen Forschungsprojekt Mosse Art Research Initiative (MARI) der Freien Universität Berlin, das von der Erbengemeinschaft nach Felicia Lachmann-Mosse und vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird. Das vorrangige Ziel von MARI ist es, die Kunstsammlung von Rudolf Mosse zu rekonstruieren und zu recherchieren, wo sich die von den Nationalsozialisten entzogenen Werke gegenwärtig befinden. Die seit Frühjahr 2017 von der für das Projekt verantwortlichen Koordinatorin Dr. Meike Hoffmann mit ihrem Team erforschten Daten zum Aufbau der Sammlung und ihrer Bedeutung sowie ihrem Verlust werden in dem MARI-Online-Portal (mari-portal.de) gesammelt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. MARI ist eine der ersten öffentlich-privaten Partnerschaften in der Provenienzforschung mit Beteiligung der Nachfahren der Opfer.

Neben dem Werk "Die büßende Maria Magdalena" wurden in den vergangenen vier Jahren bereits über 20 Werke aus der ehemaligen Sammlung Rudolf Mosse von öffentlichen und privaten Institutionen sowie Privatpersonen an die rechtmäßigen Erben nach Felicia Lachmann-Mosse restituiert.


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