30.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Die andere Heimat" gewinnt Deutschen Filmpreis in Gold

"Die andere Heimat" gewinnt Deutschen Filmpreis in Gold

"Das finstere Tal" erhält Silbernen Filmpreis

Überraschungssieger der diesjährigen Verleihung des Deutschen Filmpreises ist das Hunsrück-Drama "Die andere Heimat" von Regisseur Edgar Reitz.

Berlin - Der Favorit "Das finstere Tal" erhielt bei der Gala in Berlin den Preis in Silber, nachdem er zuvor sieben Lolas gewonnen hatte. Das deutsch-norwegische Filmdrama "Zwei Leben" wurde mit dem Preis in Bronze ausgezeichnet.

Bereits als Mehrteiler im Fernsehen hatte Reitz´ "Heimat" für Aufsehen gesorgt. Der in Schwarzweiß und in Farbe gedrehte Kinofilm "Die andere Heimat" um die Sehnsüchte eines jungen Manns in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der deutschen Provinz wurde nun mit dem Preis in Gold für den besten Spielfilm gekürt. Der Film erhielt außerdem den Preis für die beste Regie und das beste Drehbuch.

Die meisten Preise sahnte jedoch der Zweitplatzierte dieses Jahres ab. "Das finstere Tal" war mit sieben weiteren Lolas erfolgreich: für das beste Maskenbild, die beste männliche Nebenrolle (Tobias Moretti), das beste Szenenbild, die beste Tongestaltung, die beste Filmmusik, das beste Kostümbild sowie die beste Kamera. Der Film stellt eine Mischung aus Western und Heimatfilm dar und beschreibt die Rache eines Manns an der Vergewaltigung seiner Mutter in einem Südtiroler Dorf, ebenfalls im 19. Jahrhundert.

Als beste Darsteller wurden die Schauspielerin Jördis Triebel für ihre Hauptrolle in "Westen" und Dieter Hallervorden für die Darstellung des Protagonisten in "Sein letztes Rennen" ausgezeichnet.

Der mit dem Filmpreis in Bronze geehrte Film "Zwei Welten", der sich um die sogenannten Lebensborn-Kinder dreht, erhielt außerdem die Lola für den besten Schnitt. Der Film erzählt die Geschichte einer Frau in Norwegen, die ihre wahre Identität vor ihrer Familie verschleiert.

Der Publikumserfolg "Fack ju Göthe" erhielt wider Erwarten nur eine Lola für den "besucherstärksten Film".

Als bester Dokumentarfilm wurde "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" um das Fälscher-Ehepaar Wolfgang und Helene Beltracchi ausgezeichnet.

Der Kinderfilm "Ostwind" um die Beziehung eines Mädchens zu einem Pferd erhielt als bester Kinderfilm eine Lola.

Beste Nebendarstellerin wurde in diesem Jahr Sandra Hüller für ihre Rolle in "Finsterworld", der zwölf Menschen in lose miteinander verknüpften Handlungssequenzen zeigt, darunter Schüler bei einem völlig aus dem Ruder laufenden Besuch eines Konzentrationslagers.

Mit dem Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie für "hervorragende Verdienste um den deutschen Film" wurde der 69-jährige Regisseur, Produzent und Autor Helmut Dietl für sein Lebenswerk geehrt.

Gerhard Meixner und Roman Paul von der Produktionsfirma "Razor Film" erhielten den Bernd Eichinger-Preis. Dieser geht seit 2012 an Einzelpersonen oder Filmteams, die "im Sinne Eichingers einen maßgeblichen Beitrag zur Kinokultur geleistet haben", wie es bei der Filmakademie heißt. Meixner und Paul widmeten den Preis dem Dokumentarfilmer Michael Glawogger aus Österreich, der kürzlich an Malaria verstarb.

Die Gala zur 64. Verleihung des Deutschen Filmpreises im Berliner Tempodrom moderierte der Schauspieler Jan Josef Liefers vor rund 1800 Gästen. Bei den Lolas handelt es sich um den höchstdotierten deutschen Kulturpreis. Insgesamt wird in den 16 Preiskategorien sowie dem Ehrenpreis ein Preisgeld von knapp drei Millionen Euro ausgeschüttet.

(xity, AFP)


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