DGB will sich nach Wahlerfolgen der AfD offensiv mit Partei auseinandersetzen

Hoffmann nennt Zahl der AfD-Wähler unter Gewerkschaftsmitgliedern "erschreckend"

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat nach dem Erfolg der AfD bei den jüngsten Landtagswahlen eine offensive Auseinandersetzung mit der Partei angekündigt.

Berlin - Es sei "erschreckend", dass Gewerkschaftsmitglieder überproportional oft AfD gewählt hätten, sagte Hoffmann den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe vom Samstag. "Wir erleben eine Verunsicherung bei Arbeitnehmern wie in der gesamten Gesellschaft", sagte der DGB-Chef. Damit und mit Abstiegsängsten mache die Partei Stimmung.

Die Alternative für Deutschland habe als Anti-Europa-Partei begonnen und sei nun eine "rechtsnationale, zutiefst demokratiefeindliche Partei", sagte Hoffmann. Der "wahre Kern" der AfD müsse daher stärker herausgestellt werden. Die Gewerkschaften müssten unter anderem in ihrer Bildungsarbeit reagieren und die Widersprüche der Partei aufdecken. Erst habe die AfD etwa den Mindestlohn abschaffen wollen, nun wolle sie ihn behalten, monierte Hoffmann.

Die rechtspopulistische AfD hatte bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz Mitte März durchweg zweistellige Ergebnisse eingefahren. In Sachsen-Anhalt erreichte sie sogar 24 Prozent.

(xity, AFP)