DGB warnt vor Abschlüssen zweiter Klasse

Abschlussprüfungen an Berufskollegs gefordert

Zehntausende Abzubildende steuern während der Pandemie auf ihren Abschluss zu. Doch die Lernbedingungen unterscheiden sich je nach Berufskolleg sehr stark.

Düsseldorf - Die Corona-Pandemie darf nach Ansicht des DGB nicht dazu führen, dass Auszubildende in Düsseldorf dieses Jahr einen minderwertigen Abschluss erhalten. Der DGB fordert, dass die Abschlussprüfungen an Berufskollegs wie geplant stattfinden sollten.

„Eine Abschmelzung der Prüfungsinhalte sowie bei der Bewertung ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Es könnte so der Eindruck entstehen, dass die Prüfungen und die sich daraus bildenden Abschlüsse im Prüfungsjahr 2021 weniger wert seien als in früheren Jahren“, so Vorsitzende des DGB Düsseldorf Sigrid Wolf.

Die Berufskollegschüler- und Schülerinnen in Düsseldorf lernen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Ein Teil der Auszubildenden muss zu Hause alleine lernen, andere gemeinsam in Präsenz. Einige Arbeitgeber vermitteln schulische Inhalte im Betrieb. Der Wissensstand der Auszubildenden klafft laut DGB daher extrem auseinander.

Vor diesem Hintergrund fordert der DGB für die Auszubildenden mehr Planbarkeit im sogenannten „Pandemieunterricht.“ Es darf nur Lerngruppen mit maximal zehn Mitgliedern und eine pädagogischer Betreuung geben. Frontalunterricht oder einfaches Verteilen von Aufgabenzetteln sei unzureichend. „Lerntage“ von mindestens zwei Wochen könnten helfen, theoretische oder praktische Lücken vor den Prüfungen noch schließen zu können.