23.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> DGB-Chef bekräftigt Forderung nach Mindestlohn-Hotline

DGB-Chef bekräftigt Forderung nach Mindestlohn-Hotline

Sommer: Kein Anrufer darf Nachteile im Job fürchten

DGB-Chef Michael Sommer hat die Forderung nach einer Mindestlohn-Hotline bekräftigt.

Berlin - "Für das Gesetz zum Mindestlohn gilt, was für alle Gesetze gilt: Die Einhaltung muss streng überwacht und kontrolliert werden", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) dem "Handelsblatt". Der Vorschlag von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), eine Hotline einzurichten, bei der Anrufer Verstöße melden können, müsse nun umgesetzt werden.

In Großbritannien gebe es bereits eine Hotline, die sich als sehr wirkungsvoll erwiesen habe, sagte Sommer. Die Meldestelle untersteht dort direkt der Regierung. In Deutschland müsse dafür gesorgt werden, dass kein Anrufer Nachteile an seinem Arbeitsplatz befürchten müsse, wenn er die Hotline nutzt, sagte Sommer. Dies könnte beispielsweise über anonyme Meldungen möglich sein.

Laut DGB sind in der "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" des Zolls zurzeit 500 Planstellen nicht besetzt. Bei einer Überprüfung von 38 Millionen Beschäftigten reiche es aber auch nicht aus, nur die offenen Stellen zu besetzen, sagte Sommer. Deshalb forderte er auch eine Aufstockung des Personals. Zudem will der DGB-Chef ein ausgeweitetes Verbandsklagerecht, damit Gewerkschaften direkt gegen Arbeitgeber vorgehen können, die den Mindestlohn unterlaufen.

(xity, AFP)


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