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Deutschland nach Auftaktsieg gegen Portugal im WM-Fieber

Lage auf Fanmeilen bleibt friedlich

Seit dem glanzvollen 4:0-Sieg der DFB-Elf ist Deutschland endlich vom WM-Fieber erfasst.

Berlin - Jung, bunt und außer Rand und Band: Deutschlands feierfreudige Fußball-Fans eroberten zum WM-Auftakt die Public-Viewing-Partys. "Schland" ist erwacht. Auch wenn das Gedränge noch nicht ganz so groß und kuschelig wie 2006 war, eines wurde klar: Deutschland ist auf dem besten Weg zum zweiten Sommermärchen.

Auffallend viele Frauen mischten sich unters Volk und setzten neue Mode-Trends. Papierketten, Klimper-Wimpern, High-Heels oder auch Hasenohren in schwarz-rot-gold gehörten zu den Hinguckern. Die Jungs kamen gerne im DFB-Trikot oder mit Perücken und Cowboy-Hüten - die Nationalfarben auf den Wangen trugen fast alle.

"Wir sind zufrieden. Es war eine friedliche Stimmung und Deutschland hat gewonnen", sagte Anja Marx von der Berliner Fan-Meile. Über den ganzen Tag verteilt sollen sich mehrere hunderttausend Fans in Deutschlands größter Fan-Meile vor dem Brandenburger Tor getummelt haben. Zum Anpfiff waren es dann rund 100.000. "Einige kamen spät, weil sie noch arbeiten müssen. Das sieht am Samstag zum zweiten Deutschland-Spiel anders aus", sagte Marx.

Ein volles Haus vermeldeten die Macher des originellen WM-Wohnzimmers im Stadion von Fußball-Zweitligist Union Berlin. Auf 750 Sofas machten es sich 3000 Fans gemütlich, von den Rängen aus verfolgten noch einmal 9000 Besucher das Spiel auf der Großleinwand, die von einer riesigen Retro-Tapete im Stile der 70-er Jahre umgeben war. Kleine Tische, Lampen, Salzgebäck und Bier machten die Wohnzimmer-Idylle perfekt.

In Hamburg war das Heiligengeistfeld nicht ganz ausgebucht. Für 50.000 Besucher war Platz, gut 40.000 waren da. Im benachbarten Portugiesen-Viertel herrschte indes schnell Katerstimmung. Schon zur Halbzeit beim Stande von 0:3 aus Sicht von Ronaldo und Co. war für die meist südländischen Besucher der Abend gelaufen. Vinho Verde floss allenfalls zur Frust-Bekämpfung.

Komplett verkalkuliert hatten sich die Macher des Fanfestes auf der Galopprennbahn in Frankfurt/Main. Statt wie erwartet 1000 Besucher stürmten 4000 Fans die Anlage. Die 500 Würstchen und 600 Liter Bier waren schnell ausverkauft. Veranstalter Michael Sochiera gelobte Besserung. "Samstag werden wir deutlich mehr auffahren." In der Commerzbank-Arena verfolgten 18.000 Fans den Sieg von Thomas Müller und Co.

Eine der wenigen unschönen Szenen ereignete sich in Essen. Vor der Grugahalle kam es nach dem Public-Viewing zu einer Massenschlägerei von etwa hundert Fans. Die Polizei nahm einen Teilnehmer fest. In Düsseldorf feierte alles "ganz friedlich", wie die Polizei mitteilte. In der Altstadt waren nach Abpfiff vereinzelte Hupkonzerte zu hören.

In Köln musste die Polizei die Strecke zwischen Rudolfstraße und Friesenplatz kurzfristig sperren und rief sie schließlich zur offiziellen Fanmeile aus. "Wir richten uns bei den nächsten Spielen auf noch größere Feiern ein", sagte ein Polizeisprecher.

Brasilien in Deutschland gab es auch. An dem gleichnamigen, 1,6 Kilometer langen Strand bei Plön an der Ostsee erlebten einige hundert Leute ein fröhliches Fußballfest mit Bühnenshow. In München verlief der Auftakt relativ nüchtern. Nur 10.500 Besucher fanden den Weg zur zentralen Party ins Olympiastadion, wo für dreimal so viele Besucher Platz war.

(xity, AFP)


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