20.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Deutscher Teilnehmer für Song Contest wird ermittelt

Deutscher Teilnehmer für Song Contest wird ermittelt

Favorit bislang nicht erkennbar

Barbara Schöneberger moderiert den deutschen Vorentscheid zum ESC-Finale. Mit dabei ist unter anderem die Band Laing.

Hannover - Conchita Wurst gibt sich die Ehre: Heute steht die Siegerin des Eurovision Song Contest (ESC) 2014 in Hannover auf der Bühne. Die Diva mit dem Vollbart gibt ein Gastspiel beim deutschen Vorentscheid zum ESC-Finale am 23. Mai in Wien. Bei der in der ARD laufenden Show "Unser Song für Österreich" kämpfen acht Kandidaten um die Zustimmung der Fernsehzuschauer.

Ein Favorit unter den weitgehend unbekannten Kandidaten für Wien ist bislang nicht erkennbar. Im vergangenen Jahr war das als Außenseiter gestartete Damen-Trio Elaiza beim Vorentscheid gegen die äußerst erfolgreiche Band Unheilig siegreich und durfte Deutschland beim ESC-Finale vertreten. Die drei Frauen hatten den Vorentscheid zum Vorentscheid gewonnen, bei einem Clubkonzert holten sie sich eine Wildcard. Doch außerhalb Deutschlands sorgte Elaiza für wenig Furore, es reichte nur zum 18. Platz bei 26 Startern. Noch schlechter schnitt ein Jahr davor Cascada mit dem enttäuschenden 21. Platz für Deutschland ab.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Wildcard-Starterin beim Vorentscheid: Die 24-jährige Sängerin Ann-Sophie gewann im Februar das Clubkonzert in Hamburg und darf nun auf das Ticket für Wien hoffen. Ihre Konkurrenten sind Sängerin Alexa Feeser und "The Voice"-Sieger Andreas Kümmert, das in der Castingshow "X-Factor" erfolgreiche Duo Mrs. Greenbird sowie die Bands Fahrenhaidt, Faun und Laing. Außerdem tritt der Rave-DJ Jewgeni Grischbowski an, unter dem Namen Noize Generation. Sollte er gewinnen, würde Deutschland in der 60. Ausgabe des ESC zum ersten Mal mit einer Techno-Nummer antreten.

Wer am Ende siegt, entscheiden alleine die Fernsehzuschauer. In der von Barbara Schöneberger moderierten Show treten in der ersten Runde alle acht Kandidaten mit einem Lied an. Nach einer ersten Zuschauerabstimmung per Telefon kommen vier dieser Kandidaten in die zweite Runde und stellen dort ein weiteres Lied vor. Schließlich wählen die Zuschauer zwei Acts mit einem ihrer Lieder ins Finale, wo dann der deutsche Starter und dessen Lied gewählt wird. Womöglich tritt Deutschland zum ersten Mal seit Roger Cicero im Jahr 2007 ("Frauen regier'n die Welt") wieder mit einem deutschsprachigen Lied an - von den 16 zur Auswahl stehenden Liedern sind immerhin sechs auf Deutsch.

Doch wer den von Deutschland zuletzt 2010 durch Lena Meyer-Landrut gewonnen ESC kennt, der weiß, dass neben Gesangskunst und Auftreten auch eine mehr oder minder große Skurrilität der Kandidaten im Finale eine Rolle spielen kann. Und da steht schon vor dem deutschen Vorentscheid fest, dass andere Länder die Nase vor dem fürs Finale gesetzten Deutschland haben werden.

Australien etwa, das wegen seiner in den vergangenen Jahrzehnten demonstrierten Leidenschaft für den europäischen Wettbewerb ein Sonderstartrecht bekam und so auf einen Exotenbonus beim Publikum hoffen darf. Oder Finnland, das die aus vier Männern mit Erkrankungen wie Autismus oder Down Syndrom bestehende Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät ins Rennen schickt. Ob Deutschland da mithalten und zumindest mal wieder die Top Ten erreichen kann, wird sich Ende Mai zeigen - nach den Enttäuschungen der beiden Vorjahre gibt es viel Luft nach oben.

(xity, AFP)


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