12.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Deutsche Waffen offenbar illegal nach Kolumbien verkauft

Deutsche Waffen offenbar illegal nach Kolumbien verkauft

Sig Sauer umging angeblich geltende Vorschriften

Der bekannte deutsche Kleinwaffenhersteller Sig Sauer soll nach Medienberichten deutsche Behörden getäuscht haben, um illegal Pistolen in das Bürgerkriegsland Kolumbien zu exportieren.

Berlin - Zahlreiche interne Dokumente sowie die Aussagen mehrerer Insider belegten, wie der Hersteller aus dem schleswig-holsteinischen Eckernförde geltende Vorschriften umgangen habe, berichten die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und der WDR. Dies sei offenbar mit Wissen der obersten Führungsriege des Unternehmens geschehen.

Dem Bericht zufolge soll Sig Sauer Pistolen vom Typ 2022 über den Umweg USA in das Krisenland Kolumbien geliefert haben, obwohl eine Genehmigung des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) nicht vorlag. Laut internen Firmenunterlagen habe Sig Sauer die Pistolen an eine US-Schwesterfirma geliefert, berichten die Medien. Auf den entsprechenden Exportdokumenten habe es geheißen, die Waffen seien für den zivilen Markt der USA bestimmt. Dabei habe dem Unternehmen spätestens seit Herbst 2010 bekannt sein dürfen, dass die Waffen an die kolumbianische Polizei weitergeleitet worden seien.

Die "SZ" und der MDR hatten bereits im Mai über die Sig-Sauer-Lieferungen nach Kolumbien berichtet. Seither prüft die Staatsanwaltschaft Kiel die Vorwürfe, die Bafa hat den Fall den Berichten vom Donnerstag zufolge an das Zollkriminalamt übergeben. Sig Sauer wies die Vorwürfe gegenüber den Medien zurück. Den Berichten zufolge will der Waffenhersteller künftig die Pistolen für den Export bei seiner Konzernschwester im US-Bundesstaat New Hampshire bauen lassen.

(xity, AFP)


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