Deutsche Umwelthilfe fordert Einführung von Methanabgabe

Müller-Kraenner: Klimagas muss genauso wie CO2 einen Preis bekommen

Die Deutsche Umwelthilfe hat im Kampf gegen den Klimawandel eine Abgabe auf das Treibhausgas Methan gefordert.

Berlin - Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) habe gezeigt, dass sich dadurch klimaschädliche Emissionen kostengünstig reduzieren ließen, erklärte die Organisation am Montag. Die Abgabe könne "Anreize zur Methanreduktion sowohl innerhalb der EU setzen als auch in Ländern, die Erdgas in die EU exportieren".

Methan gilt nach CO2 als zweitwichtigstes Treibhausgas und trägt damit maßgeblich zum Klimawandel bei. Das Gas (CH4) entsteht zwar auch in der Natur, etwa in Sümpfen und Seen. Etwa 60 Prozent der weltweiten Emissionen sind aber auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Dazu zählen insbesondere die Viehzucht, aber auch der Reisanbau, Gasförderung und -transport, Müllverbrennung, Industrie und Verkehr.

"Obwohl Methanemissionen laut Weltklimarat bereits 0,5 Grad Celsius zur globalen Erderhitzung beigetragen haben, verschließt die Politik immer noch die Augen vor diesem Klimarisiko", erklärte Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. "Methan muss genauso wie CO2 einen Preis bekommen." Erst so würden auch Anreize für Erdgasunternehmen geschaffen, klimaschädlichen Austritt zu erfassen und zu schließen.

Hier habe Deutschland als größter Gasverbraucher der EU "eine besondere Verantwortung", fuhrt Müller-Kraenner fort. "Wir fordern daher die neue Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für eine Methanbepreisung starkzumachen, die Importe mit einschließt."

Die EU-Kommission will den Angaben zufolge im Dezember einen Regulierungsvorschlag zu Methanemissionen innerhalb der EU vorlegen. Unter anderem sollten Gasunternehmen erstmals verpflichtet werden, auf Basis von Messungen über ihre Methanemissionen zu berichten sowie Leckagen zu finden und zu schließen. Die Umwelthilfe kritisiert aber, dass der Vorschlag Methanemissionen außerhalb der EU und damit etwa die Gasförderung in wichtigen Bezugsländern wie Russland nicht erfasst.

Bestes Modell wäre laut der von der Umwelthilfe in Auftrag gegebenen Studie eine Kombination aus Methanimportsteuer und Methanbepreisung innerhalb der EU, die mit Mindeststandards für die so genannte Methanintensität in Erdgas-Herkunftsländern verknüpft sind. Die Mindeststandards sollen laut Umwelthilfe sicherstellen, dass bestimmte Schwellenwerte der Methanintensität in den Herkunftsländern nicht überschritten werden. Verbraucherinnen und Verbraucher würden "durch die Maßnahmen finanziell kaum belastet".

(xity, AFP)