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Deutsche sehen Massenüberwachung besonders kritisch

Umfrage von Amnesty International in 13 Staaten

Die Deutschen stehen der Massenüberwachung des Internet- und Telefonverkehrs noch deutlich kritischer gegenüber als die Menschen in anderen Ländern.

Berlin - Das geht aus einer von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unter anderem in Berlin veröffentlichten Umfrage in 13 Staaten hervor. Demnach lehnen 69 Prozent der Deutschen derartige Praktiken von Geheimdiensten ab, im Durchschnitt sind es 59 Prozent.

Noch kritischer wird speziell die Internetüberwachung durch US-Behörden gesehen, die hierzulande bei 81 Prozent auf Widerstand stößt. Im Schnitt aller an der Untersuchung beteiligten Länder sind es 71 Prozent.

Bei der von Amnesty in Auftrag gegebenen Erhebung wurden der Organisation zufolge im Februar rund 15.000 Menschen befragt, unter anderem in den USA, Kanada, Australien, Brasilien und den Philippinen. Pro Land lag die Zahl der Befragten demnach zwischen 1000 und 1847.

"Massenüberwachungsprogramme verletzen millionenfach das Menschenrecht auf Privatsphäre und müssen gestoppt werden. Unsere Umfrage zeigt, dass die große Mehrheit der Menschen diese Forderung unterstützt", erklärte Lena Rohrbach, Amnesty-Expertin für digitale Menschenrechte.

Rohrbach betonte, Menschen dürften nur gezielt bei einem konkreten Verdacht überwacht werden. "Jede Überwachung muss richterlich angeordnet sein, ein legitimes Ziel verfolgen und verhältnismäßig sein." Auch Deutschland müsse das Recht auf Privatsphäre besser schützen und offenlegen, wie deutsche Nachrichtendienste bei diesem Thema agierten und etwaige Massenüberwachung stoppen.

(xity, AFP)


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