Deutsche Polizei schnappt erneut somalischen Seeräuber

Fingerabdrücke überführen Mann bei Einreise

Der deutschen Polizei ist ein mutmaßlicher somalischer Pirat ins Netz gegangen.

Hannover - Wie das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) in Hannover erklärte, war der Mann vor rund einer Woche bei der Einreise mit einem gefälschten italienischen Pass in Bayern von der Bundespolizei aufgegriffen und beim Abgleich seiner Fingerabdrücke im Fahndungssystem als möglicher Mittäter der brutalen Entführung des deutschen Tankers "Marida Marguerite" 2010 vor Ostafrika identifiziert worden. Er befindet sich demnach inzwischen in Untersuchungshaft.

Unmittelbar nach dem Ende der Geiselnahme auf dem Schiff einer niedersächsischen Reederei hatten Spezialisten der Polizei an Bord Fingerabdrücke und andere Spuren gesichert, um eine Strafverfolgung zu ermöglichen.

Der nun gefasste mutmaßliche Pirat ist bereits der zweite Täter von der "Marida Marguerite", der auf diese Weise dingfest gemacht werden konnte. Bereits 2013 wurde ein Somalier bei der illegalen Einreise in München durch seine Abdrücke überführt. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn im vergangenen Jahr zu zwölf Jahren Haft.

Bei der Entführung der "Marida Marguerite" waren die Piraten nach Angaben deutscher Ermittler äußerst brutal vorgegangen. Während ihrer mehrmonatigen Geiselhaft war die vorwiegend aus Indien stammende Crew gefoltert und mit Scheinhinrichtungen psychisch gequält worden. Die Seeräuber gaben das Schiff erst frei, als die Reederei rund fünf Millionen US-Dollar Lösegeld über ihm abwarf.

Ein weiterer mutmaßlicher Seeräuber aus Somalia war vor rund sechs Monaten in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Hessen aufgrund seiner Fingerspuren identifiziert worden. Er soll an der Entführung eines anderen Schiffs einer niedersächsischen Reederei mit dem Namen "Susan K" im Jahr 2011 beteiligt gewesen sein.

(xity, AFP)