16.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Deutsche Krebshilfe kritisiert mögliche Verzögerung bei Tabakwerbeverboten

Deutsche Krebshilfe kritisiert mögliche Verzögerung bei Tabakwerbeverboten

Verband betont staatliche Schutzpflicht - Größere Bedenken in Union

Die Deutsche Krebshilfe hat den Bundestag zur Verabschiedung des von der Regierung geplanten weitgehenden Werbeverbots für Tabakprodukte und E-Zigaretten ab 2020 aufgefordert.

Berlin - Tabakwerbung verführe vor allem Kinder und Jugendliche, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch.

Das Parlament stehe bei diesem Thema in der Verantwortung, weil das Grundgesetz den Schutz der körperlichen Unversehrtheit gebiete, ergänzte Nettekoven. Der Gesetzentwurf soll wegen größerer Bedenken in der Union nicht mehr vor der Sommerpause im Bundestag beraten werden.

Die Bundesregierung will mit dem von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) erarbeiteten Entwurf ab Sommer 2020 jegliche Plakat- oder sonstige Außenwerbung für Zigaretten, Tabak und E-Zigaretten verbieten. Auch Kinowerbung für Tabakprodukte bei Filmen mit Jugendfreigabe sollen von diesem Zeitpunkt an komplett untersagt werden.

Das Paket würde die in Deutschland teilweise seit Jahrzehnten geltenden Beschränkungen für Tabakprodukte massiv verschärfen und nach Angaben der Regierung über die Vorgaben der im März dieses Jahres in deutsches Recht umgesetzten EU-Tabakproduktrichtlinie hinausgehen. Die betroffenen Unternehmensverbände laufen gegen das Vorhaben Sturm.

Sie beklagen eine grundgesetzwidrige Einschränkung ihrer wirtschaftlichen Betätigung, weil es sich bei Zigaretten um ein legales und zumindest unter erwachsenen Konsumenten völlig frei handelbares Produkt handelt. Die Bundesregierung begründet das geplante Verbot mit der Verantwortung des Staats für die Gesundheit seiner Bürger, vor allem junger Menschen.

Die Deutsche Krebshilfe betonte derweil bei der Vorstellung ihres Jahresberichts am Mittwoch die Bedeutung von Sport für die Krebsvorbeugung. Nach Expertenschätzung seien rund die Hälfte aller Krebserkrankungen in Deutschland auf "Lebensstilfaktoren" wie mangelnde Bewegung, Rauchen oder falsche Ernährung zurückzuführen, betonte sie in Berlin.

"Jeder Mensch kann daher aktiv dazu beitragen, das eigene Krebsrisiko zu reduzieren. Regelmäßige Bewegung ist dabei ein ganz wichtiger Faktor", erklärte Präsident Fritz Pleitgen. Die Krebshilfe werde künftig verstärkt auf Prävention setzen.

(xity, AFP)


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