Deutsche Bischöfe für offene Debatte über Geschiedene

Marx kündigt Diskussion nach Synode im Vatikan an

Unter Vorsitz von Reinhard Marx will die deutsche Bischofskonferenz ab Oktober die von Papst Franziskus angestoßene Debatte über Ehe und Familie weiterführen.

Berlin - Nach der im Oktober im Vatikan geplanten Bischofssynode zu dem Thema werde diese Debatte beginnen, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischöfe. "Die Öffentlichkeit der Kirche muss das Thema aufgreifen. Deswegen wollen wir auch ins Gespräch kommen", sagte Marx.

Papst Franziskus will vom 5. bis 19. Oktober im Rahmen einer Bischofssynode im Vatikan über das Thema Ehe und Familie beraten lassen, im kommenden Jahr soll nach einer Diskussion in den Landeskirchen dann eine zweite Synode zu dem Thema folgen. In dieser Zwischenphase werde die deutsche Kirche Anhörungen und Diskussionen zu dem Thema führen.

Kardinal Marx sagte, er könne keine Voraussagen machen, wie die Bischofssynode ablaufen werde. Es sei eine offene Debatte zu erwarten, so, wie es sich Franziskus gewünscht habe. Den deutschen Bischöfen sei bewusst, dass den deutschen Katholiken besonders der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen wichtig sei. Diese sind nach kirchlichem Recht von der Kommunion ausgeschlossen. Es müsse darum gehen, diesen deutlich zu machen, dass sie zur Kirche gehören und nicht ausgegrenzt sind.

Marx sagte, "eine große Mehrheit" der deutschen Bischöfe unterstütze die Position des deutschen Kardinals Walter Kasper, der sich im Auftrag des Papstes im Vorfeld der Synode mit dem Thema befasst und dabei "Barmherzigkeit" gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen gefordert hatte. In der katholischen Kirche tobt über das Thema eine heftige Auseinandersetzung zwischen liberalen und konservativen Katholiken - der Präfekt der Glaubenskongregation des Vatikan, der ebenfalls deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, lehnt ein Zugehen auf die Geschiedenen kategorisch ab.

(xity, AFP)