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Der Januar im Düsseldorfer Schauspielhaus

Programmhighlights des Monats

Im Januar stehen auf der Bühne des Schauspielhauses Düsseldorf mehrere Premieren auf dem Spielplan.

Düsseldorf - Das Programm im Überblick:
Die Goldberg-Variationen
Samstag, 24. Januar, 19.30 Uhr, Großes Haus
Mr. Jay ist Gott. Und wie sein allmächtiges Pendant hat auch Mr. Jay nur eine Woche Zeit, um als Regisseur in einem Jerusalemer Theater die Bibel auf die Bühne zu bringen. Klar, dass es sich dabei nur um die dramatischsten Szenen handeln kann, gewissermaßen das »Best of« der Heiligen Schrift. Somit wird im Rekordtempo die Welt erschaffen, Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben, Abel ermordet, Abraham mit Isaak den Berg hoch- und Moses mit den 20 Geboten (die Hälfte davon hat er vergessen!) den Berg runtergeschickt, und Jesus muss natürlich auch noch gekreuzigt werden und wieder auferstehen. Und wie immer droht alles den Bach herunterzugehen: rebellierende Schauspieler, klapprige Technik, Zwist zwischen Regisseur und Bühnenbildnerin, die Gesamtästhetik betreffend ... es rumpelt gewaltig bei der Schöpfung. Wie gut, dass Mr. Jay mit dem Regieassistenten Goldberg jemanden an seiner Seite weiß, den er nach Herzenslust niederwitzeln, anbrüllen, schikanieren und zur Not auch ans Kreuz nageln kann. Und so heißt es zu guter Letzt: alles noch mal von vorn!
Das Stück Die Goldberg-Variationen des großen jüdischen Theatermachers George Tabori kommt im ersten Moment leichtfüßig als komödiantische Theatergroteske daher, entpuppt sich dann aber zunehmend als große Metapher auf die Welt, unternimmt es doch nichts weniger als den Versuch, allegorisch das Verhältnis Gottes zu seinem auserwählten Volk zu beschreiben. So spiegeln sich in der von Hörigkeit, Willkür und Hassliebe geprägten Beziehung zwischen Mr. Jay (alias Jahwe!) und seinem Assistenten Goldberg alle Facetten eines veritablen Vater-Sohn-Konflikts wider ? und dem theologischen Verständnis zufolge sind alle Menschen Gottes Kinder. Die Welt als groteskes Theater und das Theater als groteske Welt!
3D
Dienstag, 27. Januar, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Clara ist tot. Traurig macht das ihren Vater Albert schon, doch weil seine Frau Bette endlich wieder aufgetaucht ist, findet er, dass es nun Zeit ist für einen Neuanfang. Darauf hat er 20 Jahre lang gewartet, seit sie damals mit der gemeinsamen Tochter nach Amerika verschwand. Und auch Bette möchte mit der Vergangenheit aufräumen. Allerdings nicht so, wie Albert sich das vorgestellt hat. Die Realität, mit der sie ihn konfrontiert, ist das hässliche Gegenteil seiner Erinnerung an sich selbst als liebenden Vater. Bettes eigenes Geheimnis schließlich, das mit Claras Tod zusammenhängt, beleuchtet den Familienhorror aus einer dritten Perspektive. Aus dem normalen Ehedrama entwickelt sich eine psychologische Kriegsführung, ein Krimi über Liebe, Missbrauch und nicht endende Abhängigkeit. 3 D bringt den Zuschauer dazu, immer wieder die Seiten zu wechseln. Es gehört zu den Theaterstücken, die wie eine Zeitbombe wirken ...
Der Düsseldorfer Künstler Stephan Kaluza setzt auch als Schriftsteller starke Zeichen. Er tritt mit Publikationen in den Bereichen Prosa, Dokumentation und Dramatik hervor. Dem Düsseldorfer Schauspielhauspublikum stellte er sich mit Atlantic Zero im Central vor, ein Stück, das die Grundlage für den folgenden Roman 30 Keller lieferte. In seinen Bildstücken inszeniert er Theatertexte und Performances als stillstehende, simultan erleb bare Bilder, die unter anderem im Zendai Museum of Modern Art in Shanghai, im National Museum of Modern and Contemporary Art in Seoul, im Museum on the Seam in Jerusalem und in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt wurden. Außerdem hat er eine Dozentur für Regie am Mozarteum in Salzburg inne.
Dimensionen
Samstag, 10. Januar / 19.30 Uhr / Kleines Haus
Die kanadische Schriftstellerin Alice Munro erhielt 2013 den Literatur-Nobelpreis für ihre »fein abgestimmte Erzählweise, die sich durch Klarheit und psychologischen Realismus auszeichnet«, wie es in der Begründung des Komitees hieß. In der Kurzgeschichte Dimensionen erzählt Munro fast beiläufig von einer jungen Frau, die von einem ungeheuerlichen Schicksalsschlag getroffen wird. Ihr Leben, wie sie es kannte, ist innerhalb eines Augenblicks vorüber. Ihre Realität bekommt Risse. Es beginnt ein Kampf um die innerliche Unabhängigkeit.
Die in Düsseldorf bekannte und beliebte Schauspielerin Viola Pobitschka hat eine musikalisch-szenische Lesung von Dimensionen konzipiert, die in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2014 realisiert wurde. Pobitschka verwandelt gemeinsam mit der Schauspielerin Friederike Linke die Zerrissenheit der Protagonistin in ein Zwiegespräch. Der Pianist Omer Klein komponierte eigens für die Lesung eine intensive Musik.
Comeback
Freitag, 16. Januar / 21.30 Uhr / Kleine Probebühne
Es ist gar nicht lange her, da brach HNGWND!, die legendäre Show der Superlative, alle Zuschauerrekorde. Weltstars gaben sich die Klinke in die Hand, spektakuläre Glanzlichter strahlten weit über die Grenzen der Stadt hinaus, und für unzählige Talente war die Show der Anfang einer großen Karriere. Alles schien möglich. »Geht nicht« gab?s nicht.
Und jetzt? Die Lichter sind gedimmt, der Putz bröckelt von den Wänden, und der letzte große Star musste auf den Flieger. Was tun? Eine junge Truppe der Willigen stellt sich der Aufgabe, der Mutter aller Late-Night-Shows zu neuem alten Glanz zu verhelfen. Seien Sie dabei, wenn HNGWND! sein großes Jubiläums-Comeback feiert. Seien Sie Zeuge, wenn im Keller der Emotionen die Lichter wieder angehen. Wir räumen das Feld von unten auf. Wir bohren die Bretter, die die Welt bedeuten. Wir rollen Ihnen den roten Teppich hinab in eine Welt, in der wirklich alles möglich ist. Seien Sie dabei. (Sonst haben Sie?s nicht gesehen.)
Kruso
Donnerstag, 22. Januar / 19.30 Uhr / Kleines Haus
Der Träger des Deutschen Buchpreises 2014 ist mit seinem Inselabenteuer zu Gast im Düsseldorfer Schauspielhaus! Der erste, lang erwartete Roman des Lyrikers Lutz Seiler schlägt einen Bogen vom Sommer 1989 bis in die Gegenwart. Die einzigartige Recherche, die diesem Buch zugrunde liegt, folgt den Spuren jener Menschen, die bei ihrer Flucht aus der DDR über die Ostsee verschollen sind, und führt bis nach Kopenhagen, in die Katakomben der dänischen Staatspolizei. Edgar Bendler flieht aus seinem bisherigen Leben und wird Abwäscher auf Hiddensee, jener legendenumwogten Insel, die, wie es heißt, schon außerhalb der Zeit und »jenseits der Nachrichten« liegt. Im ?Klausner?, einer Kneipe hoch über dem Meer, lernt er Alexander Krusowitsch kennen ? Kruso. Eine schwierige, zärtliche Freundschaft beginnt. Kruso hat eine Utopie, er verspricht, jeden Schiffbrüchigen des Landes (und des Lebens) in drei Nächten zu den Wurzeln der Freiheit zu führen. Doch der Herbst 1989 erschüttert die Insel Hiddensee ...

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