22.04.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Der Beruf des Drahtziehers im Wandel der Zeit

Der Beruf des Drahtziehers im Wandel der Zeit

Handwerksberuf stirbt aus

Altena im Sauerland - einst Drahthauptstadt der Welt, sind auch heute die Geister von damals nicht verschwunden. Doch die „Fachkraft für Metalltechnik“ löst den Drahtzieher, Federmacher oder den Metallschleifer ab.

Düsseldorf / Altena - Ohne Draht ga?be es keine Fahrra?der, keine Autos und auch keinen Strom. Draht ist aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Der Ablauf des Drahtziehens hat sich seit Jahrhunderten kaum vera?ndert.

Das Verfahren der Drahtherstellung ist eine jahrhundertealte Technik. Schon im Mittelalter wurde hier im sauerla?ndischen Altena in mu?hsamer Handarbeit und mit viel Muskelkraft Draht gereinigt und gezogen.
Doch obwohl sich die Kunst des Drahtziehens im Wesentlichen kaum vera?ndert hat, sind die Mo?glichkeiten dieser Industrie in der heutigen Zeit moderner denn je.
Der 26-ja?hrige Samet Babacan hat vor Kurzem seine Ausbildung als Fachkraft fu?r Metalltechnik abgeschlossen. Dieser noch recht neue Berufszweig bu?ndelt elf a?ltere Berufsbilder - unter anderem das des Drahtziehers.
„Drahtziehen ist sehr vielfa?ltig. Man hat so viele Sachen, auf die man achten muss: auf die Oberfla?che, auf das Maß. Es kommt sehr auf sauberes Arbeiten an. Draht ist sehr empfindlich. Man muss ihn wie eine Frau pflegen“, sagt Samet Babacan, Fachkraft für Metalltechnik.

Durch den Einsatz moderner Mess- und Ziehmaschinen ko?nnen heute Dra?hte gezogen werden, die du?nner als ein Menschenhaar sind. Doch auch das Gegenteil ist mo?glich: An dieser Ziehmaschine ko?nnen Dra?hte mit einem maximalen Durchmesser von fu?nf Zentimetern gezogen werden, die dann etwa in der Autoindustrie zum Einsatz kommen.
Ob dick oder du?nn: Die Herstellung einzelner Dra?hte unterscheidet sich kaum. In solchen Ziehmaschinen entstehen Dra?hte fu?r Schrauben, fu?r Stromleitungen oder auch fu?r Haushaltsgera?te.
So selbstversta?ndlich wie heute war das Drahtziehen aber nicht immer, erinnert sich Ru?diger Dulinski. Er hat seine Lehre als Drahtzieher 1956 begonnen und erst durch die Unterstu?tzung von Elektromotoren konnten große Mengen Draht produziert werden. Die riemengetriebenen Ziehmaschinen geho?rten damals zu den modernsten ihrer Art.

„Der Vorteil dieser ist, dass man mit einem Arbeitsgang vier Zu?ge hintereinander ziehen kann. Das ging fru?her nicht. Ich habe weniger Aufwand bei dem Ganzen. Drahtziehen war vor 100 Jahren nicht anders als heute. Nur gewisse Sachen erleichtern das Drahtziehen. Aber das eigentliche Drahtziehen hat sich dadurch nicht vera?ndert“, so Rüdiger Dulinski, ehem. Drahtzieher.
Aber auch, wenn sich wenig vera?ndert hat: Von Stillstand zu sprechen, wa?re dennoch
falsch. Dass sich die Branche sta?ndig weiterentwickelt, zeigt die Du?sseldorfer Fachmesse „Wire“, auf der ab Mitte April Neuheiten aus der Welt der Dra?hte und Kabel gezeigt werden.


Der Beruf des Drahtziehers im Wandel der Zeit
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