"Der Bergbau und das weiße Gold"

Hetjens-Museum zeigt Bergmanns-Porzellan

Das Hetjens-Museum - Deutsches Keramikmuseum präsentiert im Rahmen der Ausstellung "Der Bergbau und das weiße Gold" vom 19. April 2016 bis 7. August 2016 die Sammlung.

Düsseldorf - Das Ruhrgebiet war im 20. Jahrhundert mit seiner großen Bergbau-Tradition und der verarbeitenden Industrie eine Pulsader der deutschen Wirtschaft. Düsseldorf wurde als Schreibtisch der großen Energie-Unternehmen und des verarbeitenden Gewerbes wahrgenommen. Diese Zeit hat Dr.-Ing. e. h. Achim Middelschulte geprägt, der von der Pieke auf beruflich dem Bergbau verbunden war. Sein besonderes Interesse gilt dem Porzellan aus Meißen, verziert mit Motiven aus dem Bergbau. Heute ist die Sammlung Middelschulte die weltweit bedeutendste an Bergmanns-Porzellan aus dem 18. Jahrhundert.

Es waren die Kenntnisse aus dem sächsischen Berg- und Hüttenwesen, die den weit über 900-jährigen Vorsprung Chinas bei der Porzellanherstellung einholten: August der Starke, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, hatte zu seiner Zeit die Forschung mit Kaolinerde unterstützt. Die Nacherfindung des Porzellans gelang Experten 1708, so dass August der Starke, der sich selbst einst eine Porzellansucht, eine "maladie de porcelaine", attestierte, zwei Jahre später die erste und heute noch berühmteste europäische Porzellanmanufaktur in Meißen gründete. Genau dieses Porzellan war es, welches das Interesse des Bergassessors in der dritten Familiengeneration, Dr.-Ing. e. h. Achim Middelschulte, weckte, denn die Servicestücke werden von verschie-denen Motiven aus dem Bergbau geziert. Heute umfasst die Sammlung über 100 Exponate. Zu den ältesten Objekten gehören ein beim Brand verzogener Bergmann um 1722 und ein bergmännischer Kontrabassist aus Meissener Porzellan um 1730. Das jüngste Objekt ist ein bergmännisch gekleideter Putto, die Skulptur einer Kindergestalt, eben-falls aus Meissen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Das Hetjens-Museum zeigt die gesamte Sammlung Middelschulte. Die Exponate werden durch bergmännisches Porzellan aus der Sammlung des Hauses ergänzt. Im Rahmen der Ausstellung ist unter anderem ein sehr großformatiger Tafelaufsatz "Das Bergwerk" aus Meissener Porzel-lan zu sehen. Die Modelle stammen von den Bildhauern Johann Joachim Kändler, Michel Victor Acier und Johann Philipp Helmig. Aus mehreren Einzelstücken zusammengestellt, ergibt sich eine Länge von etwa 110 Zentimeter. Was die Dimensionen betrifft handelt es sich um das umfangreichste bergmännische Porzellan. Es verdeutlicht, dass die Meissener Manufaktur bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu außergewöhnlichen Leistungen fähig war.

Die Ausstellung "Der Bergbau und das weiße Gold" ist vom 19. April bis 7. August im Hetjens-Museum - Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr, mittwochs 11 bis 21 Uhr.