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Debatte um Berufsverbot für Depressive entfacht

Nach Germanwings-Absturz in den französischen Alpen

Vor dem Hintergrund des Germanwings-Absturz in den französischen Alpen, der vom Copiloten Andreas L. absichtlich herbeigeführt worden sein soll, hält Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen für denkbar.

Berlin - Voraussetzung sei eine "sorgfältige medizinische Begutachtung", sagte Herrmann dem Magazin "Focus". Wenn diese Begutachtung zu dem Ergebnis komme, "dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden", sagte Herrmann.

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach äußerte sich ähnlich. "Bei bestimmten Formen der Depression könnte ein Berufsverbot unter bestimmten Umständen notwendig sein", sagte Lauterbach dem Magazin. Das hänge aber sehr vom Einzelfall ab. "Wenn etwa eine gefährliche Depression klar diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz."

In einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins befürworteten 58 Prozent der Befragten ein Berufsverbot, wenn die depressiv erkrankten Menschen in sensiblen Berufen arbeiten.

Bei dem Flugzeugunglück am 24. März waren 150 Menschen ums Leben gekommen. Der Copilot der Germanwings-Maschine, Andreas L., steht im Verdacht, den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und dann das Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht zu haben.

(xity, AFP)


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