De Maizière verbietet deutsche Dschihadistengruppe

Razzien der Polizei in vier Bundesländern

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat eine militante dschihadistische Vereinigung verboten.

Berlin - Seit den frühen Morgenstunden werde das Vereinsverbot gegen die Gruppe "Tauhid Germany" in vier Bundesländern mit umfangreichen Durchsuchungen und Beschlagnahmungen umgesetzt, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Die Razzien fänden statt in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein.

Die Vereinigung rufe über das Internet, aber auch durch Informationsstände Muslime "zum Kampf gegen die verfassungsmäßige Ordnung" auf und glorifiziere den gewaltsamen Dschihad von Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak, begründete das Ministerium den Schritt.

"Die heutige Verbotsmaßnahme ist ein klares Signal an die militant-dschihadistische Szene", erklärte de Maizière. "Vereinigungen wie 'Tauhid Germany' gefährden unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt: Sie wenden sich gezielt an Jugendliche und fördern deren Radikalisierung bis hin zur Rekrutierung für Kämpfe in Syrien oder im Irak."

Das Bundesinnenministerium betrachtet "Tauhid Germany" als Ersatzorganisation der Vereinigung "Millatu Ibrahim", die 2012 verboten und aufgelöst wurde. Im Jahr 2013 wurden dann die ähnlich orientierten Vereine "DawaFFM" und "Al-Nussrah" und zuletzt im September 2014 der IS verboten.

(xity, AFP)