20.04.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Das Vergangene im Gegenwärtigen

Das Vergangene im Gegenwärtigen

Filmmuseum zeigt aktuelle Dokumentarfilme

Das Filmmuseum Düsseldorf zeigt vom 7. bis 27. April 2018 eine neue Filmreihe zu aktuellen Dokumentarfilmen.

Düsseldorf - Ist der Dokumentarfilmer stets ein Zeuge von Handlungen, Ereignissen oder Phänomenen der Zeitgeschichte, spürt er doch auch konkreten zeitlichen Konstanten nach. In der Gegenwart liegt die Vergangenheit begraben und nur die Auseinandersetzung mit dem Vergangenen lässt einen Blick in die Zukunft zu. Mit der Dokumentarfilmreihe "Das Vergangene im Gegenwärtigen" bietet das Filmmuseum eine Plattform für acht hochaktuelle Dokumentarfilme, die auf unterschiedliche Art und Weise bestimmte Themen, Ereignisse und Materialien der Vergangenheit in die Gegenwart bringen.

Zur Eröffnung der Reihe am Samstag, 7. April, 20 Uhr, werden die beiden Filmemacher Christoph Hübner und Gabriele Voss ihren Film "Nachlass" im Rahmen einer Sondervorstellung zeigen. Im Zentrum stehen die Nachkriegsgenerationen und das Erbe der Kriegs- und Nazizeit. In der Sondervorstellung "Nachlass/Passagen" zeigen sie zudem kurze Filme, die als Material aus dem Film herausgeschnitten wurden und als eigenständige Stücke den Film ergänzen und vertiefen.

Die weiteren Erstaufführungen sind zugleich politisch hochaktuell, zeugen aber auch von einer persönlich-biographischen Perspektive. So porträtiert die rumänische Regisseurin Ana Dumitrescu in "Licu - A Romanian Story" den 92-jährigen Licu, dessen Leben geprägt ist von zentralen historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts. In "Nach der Zukunft" schildert der HIV-positive Aktivist Ortwin Passon, wie seine Gegenwart durch die Diagnose aus den Fugen geriet. Passon wird dem Publikum an beiden Spielterminen für Gespräche zur Verfügung stehen. "Muhi - Generally Temporary" stellt den aus Gaza stammenden siebenjährigen Muhi vor, der sein ganzes Leben in einem israelischen Krankenhaus verbringen musste, dessen Entlassung aber kurz bevorsteht. "Spell Reel" hingegen weitet die Verschränkung von Vergangenheit und Gegenwart auf einen globalen Rahmen aus: So folgt Filipa César den Spuren eines wieder aufgetauchten Film- und Tonbandarchivs nach Guinea-Bissau. In "Eldorado XXI", einem Diptychon von Salomé Lamas, wird der peruanische Ort La Rinconada - auf über 5.000 Metern Höhe in den Anden und am Rande einer Goldmine gelegen – zum unwirtlichen Zufluchtsort und zur Hoffnung auf ein besseres Leben.

Die Filmreihe enthält mit "Jenseits des Krieges" - einer Konfrontation von Zeitzeugen und Nachkommen mit den Verbrechen der Wehrmachtssoldaten - sowie mit "Workingman's Death" - einer Untersuchung von Orten und Produktionsstätten körperlicher Schwerstarbeit - zwei Werke aus der jüngeren Vergangenheit, die hinsichtlich der Frage nach dem Vergangenen im Gegenwärtigen vor allem stilistisch maßgebend sind. Alle ausgewählten Filme dokumentieren in ihrer Narration über das "Jetzt" eine Geschichte, die Historisches in den Blick nimmt, um über die Gegenwart nachzudenken.


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