Das Seidenweberhaus und sein Umfeld

Ausstellung der Bürgerwerkstatt

Eine Ausstellung über die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt zur Zukunft des Seidenweberhauses und dessen Umfeld hat Oberbürgermeister Frank Meyer in der Mediothek am Theaterplatz eröffnet.

Krefeld - Im Lesesaal stehen mehrere Plakatwände, auf denen die Anregungen und Wünsche für das Veranstaltungsgebäude und den zentralen Platz zusammengefasst sind. Im Februar hatten sich 120 Bürger in zehn Arbeitsgruppen mit der Thematik beschäftigt, im vergangenen Herbst tagte dazu bereits eine Expertenrunde. Die Krefelder haben nun bis zum 30. April die Möglichkeit, ihre Ideen, Kommentare, Meinungen und Anregungen in den weiteren Planungsprozess einzubringen. "Wir führen diese Debatte sehr bewusst, sehr öffentlich", betonte Meyer. Das Gesamtergebnis wird anschließend der Politik als Diskussionsbasis vorgelegt. Über die Zukunft des Seidenweberhauses und des Umfelds soll Ende 2016 oder Anfang 2017 entschieden werden.

Der Oberbürgermeister dankte bei der Ausstellungseröffnung allen Beteiligten der Bürgerwerkstatt. "Sie sind Pioniere einer neuen Form der Bürgerbeteiligung in der Stadt", so Meyer. Diese Art der Beteiligung sei kein einfacher, aber ein lohnenswerter Prozess, in den viele Interessen, Optionen und Lebenserfahrungen einfließen. "Eine solche Form der Reibung kann anstrengend sein, sie kann aber auch Energie freisetzen", sagte Meyer. Was die Bürger zu dieser Kernfrage der Stadt erarbeitet haben, können nun alle Interessierten in der Ausstellung in der Mediothek, aber auch im Internet sehen und sich an dem weiteren Vorgehen beteiligen.

Baudezernent Martin Linne erinnerte zur Eröffnung an die erforderliche Grundsatzentscheidung Abriss/Neubau oder Sanierung des Seidenweberhauses. Weil sich schon früh ein großes Bürgerinteresse an dieser Entscheidung abgezeichnet hat, sollte das mehrstufige Workshopverfahren zum Zuge kommen. Nach der Expertenrunde folgte der Bürgerworkshop. "Es war ein intensiver Tag, die Menschen waren mit Herzblut dabei", so Linne. In den kommenden Wochen haben nun alle Bürger die Gelegenheit, sich mit Ideen und Vorschlägen einzubringen. ?Ich hoffe, viele nutzen diese Chance. Alle Ergebnisse werden wir für die politische Diskussion zusammenführen", sagte der Baudezernent.

Elke Frauns vom begleitenden Büro Frauns in Münster fasste kurz die wichtigsten Punkte der Bürgerwerksatt zusammen. "Es wurde ergebnisoffen diskutiert, das war ganz wichtig", so Frauns. Ein Konsens bestehe darin, dass Krefeld einen Veranstaltungsort benötige, jedoch nicht, wie man mit dem Seidenweberhaus umgehen soll. Eine Tendenz zeichne sich jedoch für einen Abriss ab. Der Theaterplatz müsse als kultureller Ort gestärkt werden. Der Platz könne beispielsweise mit einer Baumallee umfasst werden. Ein barrierefreier Theaterplatz soll offen zur Innenstadt sein. In diesem Zusammenhang sei auch die Gestaltung und Funktion der St.-Anton-Straße diskutiert worden. Beleuchtung und Kunst im öffentlichen Raum für den Theaterplatz seien auch Themen gewesen.

Alle Ergebnisse sind nun in der Mediothek ausgestellt. Interessierte finden dort auch eine 77-seitige Dokumentation der Bürgerwerkstatt. Vor Ort können direkt Anregungen und Idee formuliert werden, entsprechende Formblätter liegen im Lesesaal aus.