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Das Ausstellungsjahr 2019 in Düsseldorf

Das gibt es in den Instituten der Stadt zu sehen

Die Besucherinnen und Besucher der Düsseldorfer Museen und Institute können 2019 ein breites Spektrum an Ausstellungen entdecken.

Düsseldorf - Ein Überblick über das Ausstellungsjahr in Düsseldorf:

Vielfalt der Fotografie
Im Jahr 2019 kommen alle Fotografiebegeisterten auf ihre Kosten. Der Kunstpalast präsentiert mit der Ausstellung "Fotografinnen an der Front. Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus" rund 140 Arbeiten von acht Fotografinnen aus den letzten 80 Jahren. Denn entgegen der weitläufigen Vorstellung, die Kriegsfotografie sei ein von Männern dominiertes Berufsfeld, gibt es eine lange Tradition von in Kriegsgebieten tätigen Fotografinnen. Unter den Aufnahmen finden sich neben intimen Einblicken in den Kriegsalltag und Zeugnissen erschütternder Gräueltaten auch Werke, die die Absurdität des Krieges und seiner Konsequenzen aufzeigen.

Fotos der Künstlerinnen und Künstler Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey, alle Absolventen oder Studierende der Kunstakademie Düsseldorf, sind in der Ausstellung "Von mir aus" im KIT - Kunst im Tunnel zu sehen. Ihre Fotografien, Filme und Installationen werden im KIT so inszeniert, dass sie sich mit der Architektur des Raumes auseinandersetzen und einen begehbaren Bildraum schaffen. Sie laden dazu ein, sich mit dem ständig veränderndem Terrain der Fotografie auseinanderzusetzen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie sie die Wirklichkeit formt.

In Kooperation mit dem Salomon Ludwig Steinheim Institut für deutsch-jüdische Geschichte und im Rahmen der "Jüdischen Kulturtage Rhein Ruhr 2019" stellt die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf unter dem Titel "Goldsteins Traum: Von Düsseldorf ins gelobte Land. Eine fotografische Annäherung" Werke von Dr. Georg Goldstein vor. Er lebte seit 1930 in Düsseldorf, eröffnete dort seine internistische Praxis und fotografierte das Leben. Doch 1933 wird Goldstein die kassenärztliche Zulassung entzogen, 1934 seine Einbürgerung widerrufen. Auf der Suche nach einer neuen Heimat besucht er 1934 erstmals Palästina. Auch in Düsseldorf engagiert er sich für den Zionismus. Seiner beruflichen Existenz beraubt, emigriert er 1936 nach Palästina. Dort dokumentiert er fotografisch Aktionen der illegalen jüdischen Einwanderung aus Europa. Auch die Entwicklung zum Staat Israel hält er fest. 1953 kehrte Dr. Goldstein nach Düsseldorf zurück.

Florale Porträtinszenierungen von Fabio Borquez sind vom 18. September 2019 bis zum 5. Januar 2020 bei der Ausstellung "Flores del Mal" im Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath zu sehen. Der argentinische Fotograf Borquez geht in seiner Serie über klassische Porträts hinaus. Dank ausgefallener Pflanzenarrangements verschmilzt er Natur, Mensch und Kunst miteinander. Wie in Ovids Metamorphosen scheinen sich die Porträtierten in den aufwändigen Bildinszenierungen zu verwandeln und bieten den Betrachtern neue Formen der Sinnlichkeit.

100 Jahre Bauhaus
Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums zeigt das NRW-Forum Düsseldorf noch bis zum 10. März 2019 die Fotografieausstellung "Bauhaus und die Fotografie - Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst". Das Staatliche Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch in der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung bringt Fotografien des Neuen Sehens in einen Dialog mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms "100 Jahre Bauhaus" und verbindet unter anderem Arbeiten von Bauhäuslern wie László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans mit Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart wie Antje Hanebeck, Douglas Gordon, Kris Scholz, Stefanie Seufert, Thomas Ruff, Viviane Sassen oder Wolfgang Tillmans.

Als "Blume im Knopfloch des Bauhauses" bezeichnete Walter Gropius die Bauhausbühne, die zu den wichtigsten Entwicklungen der Theatermoderne zählt. Schon in Weimar gegründet, wurde sie unter der Leitung von Oskar Schlemmer in Dessau zu einem Theaterlaboratorium für Experimente, die das Verhältnis von Raum und Mensch in theatralen Inszenierungen ausloteten. Die zwangsweise Auflösung des Bauhauses 1933 beendete auch die theaterästhetische "Forschungsarbeit" der Bauhausbühne. Das Theatermuseum zeigt - in Kooperation mit der FH Dortmund, dem Theater der Klänge und der ACC Galerie Weimar - unter dem Titel "Das Bauhaus und die Bauhausbühne" eine auditiv-szenische Ausstellung. Sie richtet ihren Fokus sowohl auf die historische Bauhausbühne als auch auf die verschiedenen Rekonstruktionsarbeiten, die in Deutschland 1968 einsetzten und in den 1970er und 1980er Jahren zu ersten Bühnenwiederbelebungen führten. Besucher erleben in den Räumen einen "Hörspaziergang" mit visuellen Einflüssen.

"Everything is art. Everything is politics"
"Alles ist Kunst, alles ist Politik": Mit diesem Motto brachte der international bekannte Gegenwartskünstler Ai Weiwei das Grundprinzip seiner Arbeitsweise auf den Punkt. Es ist auch das Leitmotiv der umfangreichen Ausstellung, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab Frühjahr 2019 zeigt. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit Ai Weiweis. Die Ausstellung mit raumfüllenden Installationen und Werken aus den vergangenen zehn Jahren ist in den beiden Häusern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 und K21, vom 18. Mai bis zum 1. September 2019 zu sehen. Mit seinen regimekritischen Äußerungen gegenüber der Regierung in China und als lange verfolgter Dissident wird Ai Weiwei zumeist als politischer Kunst-Aktivist wahrgenommen, der sich in seinen jüngsten Arbeiten mit Migration als Massenphänomen und Beispiel einer grundsätzlichen menschlichen Krise beschäftigt.

Straße der Romantik und Revolution
Mit der Ausstellung "Ideen! Zur Straße der Romantik und Revolution" lädt das Heinrich-Heine-Institut unter anderem Bildungseinrichtungen, Vereine und interessierte Einzelpersonen ein, eine eigene Ausstellungsvitrinen mit den Beständen des Heine-Instituts - etwa zu Heinrich Heine oder Clara und Robert Schumann - zu gestalten. Auch Ideen, wie die Bilker Straße in Zukunft als Straße der Romantik und Revolution mit Leben gefüllt werden und ein aktuelles Profil erhalten kann, werden gesammelt. Was sagen uns die Begriffe "Romantik und Revolution" heute noch? Wie bewegt uns die Musik von Robert Schumann und sein dramatisches Leben? Warum ist Heines Wintermärchen mit den Themen Exil und Zensur noch so aktuell?

Neuen Dauerausstellung
Das Goethe-Museum plant für 2019 eine neue Ausstellungspräsentation, um die Goethe-Zeit auf moderne Art zu vermitteln. Die Beisheim Stiftung fördert das Museum auf diesem Weg der Neuausrichtung. Als erster Raum der neuen Dauerausstellung soll im März 2019 ein "Faust-Labor" eröffnet werden, worin Goethes Naturauffassung verknüpft wird mit Themen der heutigen Naturwissenschaft und Technologie. Das Labor soll in mehreren Stufen unter Einbeziehung der Besucherinnen und Besucher weiterentwickelt werden.


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