27.02.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Cybermobbing an Düsseldorfer Gymnasium

Cybermobbing an Düsseldorfer Gymnasium

Instagram und WhatsApp als Machtinstrument

Schülerinnen und Schüler eines Düsseldorfer Gymnasiums haben Fotos und Videos ihrer Lehrerinnen und Lehrer aufgenommen, verändert und in den sozialen Netzwerken verbreitet, um diese zu beleidigen.

Düsseldorf - Das Mobbing der Lehrkräfte hat jetzt Konsequenzen für die Schüler: Zwei Klassenfahrten der 9. Klassen wurden abgesagt und mindestens eine der Lehrkräfte hat Strafanzeige erstattet. Ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wurde eingeleitet, nachdem eine diffamierende Fotomontage einer Lehrkraft auf Instagram hochgeladen wurde.

"Die Bild- und Persönlichkeitsrechte der betroffenen Lehrkräfte wurden verletzt, die Lehrerinnen und Lehrer wurden beleidigt, ihr öffentliches Ansehen verunglimpft. Diese Vorkommnisse sind keine dummen Schülerstreiche, sondern strafrechtlich relevant," heisst es in einer offiziellen Mitteilung des Philologen-Verbandes Düsseldorf. Weiter heisst es: "Den betroffenen Lehrkräften am Düsseldorfer Gymnasium gilt unsere Solidarität und unser Mitgefühl."

Der Philologen-Verband appelliert ausserdem an die Eltern der Schüler, ihre Aufsichtspflicht zu erfüllen: "Eltern schließen für ihre Kinder Handy-Verträge ab und finanzieren die Handys ihrer Kinder, sie haften damit auch für alles, was ihre Kinder mit den Handys machen. Immer noch viel zu oft lassen Eltern zu, dass schon 12-Jährige WhatsApp nutzen, obwohl die AGBs von WhatsApp ein Mindestalter von 16 Jahren vorsehen. Wenn Eltern dann nicht ihre Kinder im Umgang mit social media begleiten, besteht die Gefahr, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzen."

Social-Media-Plattformen wie Facebook und Co. scannen Beiträge mittlerweile nach Kriterien wie "Hate-speech", um so zum Beispiel extremistische Beiträge zu sperren. Oft hat Mobbing aber nichts mit Hassrede im eigentlichen Sinn zu tun. Verändert ein Schüler beispielsweise das Bild seines Lehrers, verpasst ihm Schweinsohren und Pickel oder macht ihn dicker, ist das Instagram erstmal egal. Bei Messenger-Diensten wie WhatsApp verbreiten sich solche Fotos vollkommen unkontrolliert wie ein Virus. Auch das Aufspüren des Täters ist in den Weiten der sozialen Medien oft nicht möglich. Hier erhofft sich der Philologen-Verband Düsseldorf Hilfe von der Politik: "Schließlich muss die Landesregierung Sorge dafür tragen, dass der gesetzliche Rahmen geschaffen wird, dass Betreiber von social media Plattformen den Strafverfolgungsbehörden bei deren Ermittlungen die IP-Adressen von Nutzern nennen müssen." Da die Betreiber der sozialen Netzwerke aber fernab der deutschen Jurisdiktion in Übersee sitzen, dürfte die Landesregierung hier nicht weit kommen.

Das Geschehen an diesem Düsseldorfer Gymnasium zeigt, dass soziale Medien als Machtinstrument genutzt werden können, um Menschen zu beleidigen. Automatisierungen, die Hassrede oder explizite Inhalte herausfiltern, helfen an dieser Stelle niemandem.


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