Claudia Roth für Debatte über Reparationsforderungen

Grünen-Politikerin: Gemeinsam mit Athen Lösung finden

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat die Bundesregierung aufgefordert, unabhängig von der Schuldendebatte Gespräche mit Griechenland über die Frage möglicher Reparationszahlungen zu führen.

Berlin - Ein "offenes und faires Gespräch mit Griechenland, um eine gemeinsame Lösung zu finden", müsse für die Bundesregierung "absolut selbstverständlich sein", sagte Roth dem "Tagesspiegel". Aus den Nazi-Verbrechen und dem griechischen Zwangskredit erwachse für Deutschland eine Verantwortung, die "nicht einfach für erledigt" erklärt werden könne.

Neben der juristischen Ebene gebe es auch die politische und moralische Verpflichtung Deutschlands, sich zur Vergangenheit zu bekennen, fuhr die Grünen-Politikerin fort. Zeitgleich zu der Diskussion über Griechenlands akute Finanzprobleme hatte die neue griechische Regierung in den vergangenen Tagen erneut die seit langem bestehende Forderung nach deutschen Reparationen für deutsche Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg aufgebracht.

Die Bundesregierung bekräftigte am Dienstag hingegen ihr Nein zu den Reparationsforderungen. Die Frage sei "politisch und juristisch abgeschlossen", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth.

(xity, AFP)