Chancen auf Gesundheit gerecht verteilen

Techniker Krankenkasse fördert Programm

Gesundheitliche Chancengleichheit fördern und als ein wichtiges Ziel stärker in der Stadtentwicklung verankern – das will das Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“.

Münster - Die Techniker Krankenkasse (TK) fördert das gemeinsame Vorhaben der Stadt Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU). Mit einem Treffen mehrerer Akteure ist das Programm am vergangenen Montag an den Start gegangen, angelegt ist es auf fünf Jahre.

„Gerade die Corona-Pandemie führt uns sehr deutlich vor Augen, wie wichtig Gesundheit als städtisches Handlungsfeld ist“, so Oberbürgermeister Markus Lewe zum offiziellen Start des Programms „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“. Die Kooperation von Universität und Stadt ist vereint unter dem Dach des Netzwerks Allianz für Wissenschaft. „Ich bin sehr froh darüber, dass Wissenschaft und Stadt auch bei dem wichtigen Thema Gesundheit Hand in Hand arbeiten und wir mit der TK einen Unterstützer dafür gewinnen konnten“, sagt Lewe.

Stadträtin Cornelia Wilkens, Sozialdezernentin, stellte heraus, dass strukturelle Gesundheitsvorsorge wichtiger sei denn je: „Lockdown und physische Distanz fördern leider Bewegungsmangel und damit auch schlechte physische wie psychische Gesundheit.“ Nicht nur eine gute Gesundheitsversorgung, sondern zum Beispiel auch öffentliches Grün, gute und sichere Wohn- und Arbeitsverhältnisse, ein Leben ohne Diskriminierung, stabile Sozialkontakte und der Zugang zu Angeboten der Gesundheitsförderung seien wichtige Anforderungen an eine gesunde und resiliente Stadt.

„Das war auch unsere Motivation, warum wir uns 2016 entschieden haben, das vom Gesunde-Städte-Netzwerk entwickelte Programm für Mitgliedskommunen zu fördern. Insbesondere, weil es darauf abzielt, entsprechende Handlungsprogramme zu erarbeiten und umzusetzen“, betonte Frank Puhe von der TK in Münster. Dabei sei es wichtig, dass diese direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Stadtbaurat Robin Denstorff griff das auf: „Dafür sind die Voraussetzungen ideal: Gerade erarbeiten wir mit den MünsterZukünften eine Zukunftsstrategie, in der wir Gesundheit und Stadtentwicklung eng miteinander verzahnen können.“ Das könne eine Umsetzung der Projektergebnisse in kommunales Handeln sehr beschleunigen.

Juniorprofessorin Iris Dzudzek vom Institut für Geographie der WWU sowie Dr. Claus Weth, ehemaliger Bundesgeschäftsführer des Gesunde Städte-Netzwerkes und Initiator des Projektes, haben mit dem Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster und dem Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing einen detaillierten Fahrplan für das Vorhaben ausgearbeitet. „Ergebnis soll eine Strategie zur gesunden Stadtplanung und -entwicklung sein. Die gesundheitsfördernden Strukturen sollen stadtteilbezogen geschaffen werden - unter Einbindung von Akteuren der Gesundheitsprävention und zivilgesellschaftlicher Gruppen“, sind sich Dr. Matthias Schmidt vom städtischen Wissenschaftsbüro und Merle Heitkötter vom Gesundheitsamt einig.

Wichtiger Erfolgsfaktor des Projektes ist die enge Zusammenarbeit mit der Universität. „Es wird einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis gehen“, so Iris Dzudzek, die das Projekt wissenschaftlich begleiten wird.