17.06.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> CDU will junge Menschen und Migranten für sich gewinnen

CDU will junge Menschen und Migranten für sich gewinnen

Urwahl zur Kür des Kanzlerkandidaten vorerst kein Thema

Mit klarem inhaltlichen Profil und mehr Mitwirkungsmöglichkeiten will die CDU künftig junge Menschen, Frauen und Migranten zur Mitarbeit in der Partei bewegen.

Berlin - Generalsekretär Peter Tauber kündigte nach einer Sitzung der Parteispitzen in Berlin eine großangelegte Reform an. Es gehe darum, neue Zielgruppen zu erschließen, "um auch bis 2017 und darüber hinaus als CDU erfolgreich zu sein".

Die genannten Gruppen fühlten sich derzeit "von uns nicht unbedingt adressiert", sagte Tauber. "Wir müssen uns fragen, gehen wir auf diese Menschen ausreichend zu als CDU." Dies gelte auch für die Parteimitglieder vor Ort. Eine von Tauber geleitete Kommission soll bis Oktober 2015 Konzepte für neue Mitmachmöglichkeiten entwickeln. Es gehe um die Frage, "was muss die CDU tun, um auch künftig Mitgliederpartei zu sein und nicht nur noch eine Funktionärspartei".

Nicht diskutiert wurde im CDU-Präsidium die Frage, ob künftig auch der Kanzlerkandidat per Mitgliederentscheid bestimmt werden könnte. Tauber zeigte sich in Berlin erneut offen für eine solche Variante, betonte aber auch, dies sei in der ersten Runde der Reformdiskussion "nicht die zentrale Frage". Mit Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel habe er über eine solche Urwahl noch nicht gesprochen, fügte Tauber hinzu.

Über Netzwerke zu Themen wie Großstädte, Digitalisierung, Medien, Aussiedler und Integration will die Partei künftig auch inhaltlich stärker den Austausch mit der Basis suchen. Die CDU will auch testen, wie diese Gremien auch online tagen können.

Darüber hinaus sollen drei von den Parteivizes Thomas Strobl, Julia Klöckner und Armin Laschet geleitete Arbeitsgruppen Positionen zu den Themen Arbeit und Soziales, gesellschaftliches Zusammenleben und Familie sowie Verbraucherschutz weiterentwickeln, die in der großen Koalition in den zuständigen Ministerien von der SPD besetzt werden. Auf dem Parteitag im Dezember in Köln seien dazu Foren mit Experten geplant, sagte Tauber.

Die CDU hat derzeit etwa 467.000 Mitglieder, die Zahl schrumpft monatlich um zwischen 500 und 1000. Grund ist auch der hohe Altersdurchschnitt in der Partei: dieser liegt bei knapp 59 Jahren, in der allgemeinen Bevölkerung bei 46. Drei Viertel der CDU-Mitglieder sind derzeit männlich.

(xity, AFP)


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