15.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> CDU droht Kampfkandidatur bei Präsidiumsbesetzung

CDU droht Kampfkandidatur bei Präsidiumsbesetzung

Spahn könnte gegen Gröhe antreten

Der CDU droht einem Zeitungsbericht zufolge auf ihrem Parteitag eine Konfrontation um die Besetzung des Präsidiums.

Berlin - Wie die "Welt" berichtet, gibt es in der CDU-Führung Widerstand gegen den Einzug des Gesundheitspolitikers Jens Spahn ins Präsidium, der vor zehn Tagen von der Jungen Union für den Posten nominiert wurde. Die Parteiführung habe sich auf eine Kandidatur von Gesundheitsminister Hermann Gröhe festgelegt, berichtete die Zeitung.

Die jüngere Generation war in der engeren Parteiführung um CDU-Chefin Angela Merkel bislang durch den bisherigen JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder vertreten, der nicht noch einmal kandidiert. Die JU-Spitze hatte vor gut einer Woche den 34-jährigen Spahn für den frei werdenden Platz im höchsten Beschlussgremium der CDU nominiert.

Dem "Welt"-Bericht zufolge bat CDU-Vize Armin Laschet allerdings den 37-jährigen Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT), Carsten Linnemann, an Stelle von Spahn zu kandidieren. Nach Linnemanns Absage habe sich die Parteiführung für eine Kandidatur Gröhes entschieden. Die MIT unterstützt wie die JU Spahns Kandidatur.

Spahn gab sich gegenüber der "Welt" entschlossen, trotz aller Widerstände auf dem Bundesparteitag am 10. Dezember in Köln anzutreten. "Ich sehe das als sportlichen Wettbewerb", sagte er der Zeitung. "Ich kandidiere nicht gegen jemanden, sondern für die Junge Union und die Mittelstandsvereinigung. Wir wollen, dass weniger über das Verteilen und mehr über das Erwirtschaften geredet wird." Die JU sei die Zukunft der Partei, fügte Spahn hinzu. "Und die Zukunft kommt bisher jedenfalls in der großen Koalition deutlich zu kurz."

Das CDU-Präsidium setzt sich zusammen aus der Vorsitzenden, dem Generalsekretär, den Parteivizes, dem Bundesschatzmeister und sieben weiteren vom Bundesparteitag gewählten Mitgliedern. Die CDU versucht traditionell, offene Streits um Spitzenposten auf Parteitagen zu vermeiden: Vor zwei Jahren in Hannover war beispielsweise eine Kampfabstimmung um den stellvertretenden Parteivorsitz umgangen worden, indem die Zahl der Posten von vier auf fünf aufgestockt wurde. Eine Kampfkandidatur von Gröhe gegen Spahn um einen Präsidiumsposten wäre deshalb höchst ungewöhnlich.

(xity, AFP)


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