16.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> CDU-Vize Laschet fordert Prämie fürs Aufforsten

CDU-Vize Laschet fordert Prämie fürs Aufforsten

Bonus soll auch an Privatleute ausgezahlt werden

Eine "Baumprämie" im Kampf gegen die Erderwärmung: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich für einen Bonus für die Aufforstung von Wäldern ausgesprochen.

Berlin - "Der Wald ist nicht nur Erholungsgebiet, sondern entzieht auch CO2 aus der Luft", sagte der CDU-Bundesvize der "Bild am Sonntag". Damit sei der Wald "der wichtigste Klimaschützer".

Jeder Hektar, der verschwinde, verschärfe das Problem, sagte Laschet. Deshalb müsse in großem Umfang aufgeforstet werden. "Die, die das tun, sollten eine Anerkennung bekommen", forderte er. "So wie die, die sehr viel CO2 produzieren, einen Preis zahlen müssen, sollten die, die Wald aufforsten oder erhalten, dafür auch eine Baumprämie erhalten."

Finanziert werden solle die Prämie über die geplante CO2-Bepreisung. "Diese wird neue Einnahmen bringen. Daraus lässt sich eine Waldprämie finanzieren", sagte Laschet. Zugleich müssten aber die Stromsteuer und die EEG-Umlage, die besonders Mieter und kleinere und mittlere Betriebe belaste, komplett abgeschafft werden.

Erhalten sollten die "Baumprämie" nicht nur die Kommunen, sondern auch Privateigentümer. "Wir haben in Deutschland zwei Millionen Waldbesitzer", sagte Laschet. "Die Höhe der Prämie muss im Rahmen der CO2-Bepreisung als Bonus berechnet werden."

Außerdem forderte Laschet die Bundesregierung auf, schnell und vollständig den Kompromiss der Kohlekommission umzusetzen. Er zeigte sich offen dafür, den Kohleausstieg auf einen Zeitpunkt vor 2038 vorzuziehen: "Was möglich ist, sollten wir auch früher ermöglichen", sagte er.

Die zentrale Frage für den Zeitpunkt sei die Versorgungssicherheit. "Wenn diese schneller gewährleistet ist, kann auch der Ausstieg schneller kommen", sagte Laschet. "Ich wäre aber schon froh, wenn Berlin endlich einmal anfangen würde."

Laschet plädierte zudem dafür, künftig an allen deutschen Botschaften "Klima-Attachés" einzusetzen. "Wir brauchen jetzt eine Klima-Außenpolitik", sagte Laschet. "Unsere äußere Sicherheit ist inzwischen durch den Klimawandel genauso bedroht wie durch Terror oder Aufrüstung."

Wann immer über Sicherheitsfragen verhandelt werde, müsse deshalb das Thema Klima mitverhandelt werden, forderte er. "Die brennenden Wälder Sibiriens, die aufgetauten Permafrostböden oder das Abholzen des Regenwaldes in Brasilien gefährden unsere Sicherheit mehr, als wir mit noch so großen Anstrengungen hier bei uns kompensieren können."

(xity, AFP)


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