CDU-Experte für Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht

Nach Erkenntnissen über Germanwings-Unglück in Alpen

Vor dem Hintergrund der Germanwings-Katastrophe in den Alpen hat der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht für sensible Berufe angeregt.

Berlin - Piloten müssten "zu Ärzten gehen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden", zitiert die "Rheinische Post" den Politiker. Diese Ärzte müssten "gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein", fügte Fischer seiner Forderung hinzu.

Der Düsseldorfer Abgeordnete Thomas Jarzombek (ebenfalls CDU) schlug die Einrichtung einer Expertenkommission vor. Diese solle klären, wie mit ärztlichen Diagnosen bei Menschen in besonders verantwortungsvollen Berufen wie Piloten umgegangen werden müsse. In den Tagen nach dem Flugzeugabsturz vom vergangenen Dienstag mit 150 Toten war die Situation des Co-Piloten in den Fokus gerückt. Er soll die Maschine absichtlich in den Sinkflug gesteuert und so zum Absturz gebracht haben.

Der "Rheinischen Post" zufolge bildete die Düsseldorfer Polizei zudem eine Sonderkommission mit dem Namen "Alpen", die aus mehr als hundert Beamten besteht. Diese soll die Lebensumstände des Co-Piloten ermitteln sowie in ganz Deutschland Indizien sammeln, um die mehr als 70 deutschen Opfer des Unglücks zu identifizieren. Polizeisprecher Andreas Czogalla sagte der Zeitung, es handle sich um einen der größten Ermittlungseinsätze seit Jahrzehnten. "Die Kollegen sind extrem gefordert."

Den Daten des Stimmrekorders der verunglückten Maschine zufolge war der Co-Pilot zum Zeitpunkt des Absturzes allein im Cockpit. Bestätigt ist, dass er für den Tag des Flugs eigentlich krank geschrieben war. Die zweite Blackbox wurde noch nicht gefunden.

(xity, AFP)