17.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundeswehrverband für Sachlichkeit in Ausrüstungsdebatte

Bundeswehrverband für Sachlichkeit in Ausrüstungsdebatte

Vorsitzender Wüstner verlangt Erhöhung von Wehretat

Im politischen Streit um Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr hat der Bundeswehrverband eine sachliche Debatte gefordert.

Berlin - Nötig sei ein klarer Fahrplan, "was in der laufenden Legislaturperiode machbar ist, um die nun bekannt gewordenen Mängel abzustellen", sagte der Verbandsvorsitzende André Wüstner dem "Tagesspiegel" aus Berlin. "Schuldzuweisungen helfen jetzt niemandem, sie schaden nur dem Image der Bundeswehr, und darunter leiden vor allem die Soldaten", fügte er hinzu.

Für die Soldaten sei eine glaubwürdige Debatte über eine Beseitigung der Mängel von großer Bedeutung, sagte Wüstner. Dabei müsse es auch um eine Erhöhung des Wehretats gehen. "Wenn wir mehr Verantwortung übernehmen wollen, müssen wir das finanziell unterfüttern, nicht nur mit Blick auf die aktuellen Mängel, sondern auch mit Blick auf die Beschlüsse des vergangenen Nato-Gipfels, bei dem Deutschland eine Erhöhung seiner Verteidigungsausgaben zugesagt hat", sagte Wüstner.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)hatte sich zuvor für eine Erhöhung des Verteidigungsetats ausgesprochen, um Ausrüstungsmängel unter anderem bei Hubschraubern und Transportflugzeugen zu beheben. Dies wurde in der Bundesregierung allerdings zurückhaltend aufgenommen.

Einem Medienbericht zufolge wird im Verteidigungsressort nun erwogen, Finanzmittel für größere Rüstungsprojekte im Etat mit Ersatzverwendungen abzusichern. Dann könnte, falls ein Projekt nicht zustande kommt, das Geld für ein anderes Vorhaben ausgegeben werden. Derzeit fließen die Mittel an den allgemeinen Haushalt zurück, was im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro ausmachte.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH