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Bundeswehrschiff in Richtung Mittelmeer aufgebrochen

Schiff soll Flüchtlinge aus Seenot retten

Griechenlands Regierungschef Tsipras stellt heute seinen neuen Reformplan in Brüssel vor - doch dieser bedeutet wohl ebenfalls keinen Durchbruch in den Verhandlungen mit seinen Gläubigern.

Berlin - Für den Einsatz zur Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer hat die Bundeswehr ein weiteres Marineschiff zur Ablösung entsandt. Der Tender "Werra" lief am Vormittag aus Kiel aus, wie die Bundeswehr mitteilte. Das Schiff soll demnach in einem Mittelmeerhafen die Fregatte "Hessen" und den Versorger "Berlin" treffen, die seit Anfang Mai im Mittelmeer unterwegs sind, ihren dortigen Einsatz aber am Wochenende beenden sollen.

Die rund hundert Meter lange "Werra" mit ihrer 66-köpfigen Besatzung verfügt über eine Krankenstation und kann im Normalfall etwa hundert bis 150 Menschen zusätzlich aufnehmen, im Ernstfall möglicherweise auch mehr. Über ein zweites Schiff für den Rettungseinsatz ist bislang nichts bekannt. Auf dem Weg zum Horn von Afrika durch das Mittelmeer ist derzeit die Fregatte "Schleswig-Holstein", die aber eigentlich Mitte Juni die Fregatte "Bayern" in der EU-Antipirateriemission Atalanta ablösen soll.

Bei ihrem Einsatz im Mittelmeer hatte die Bundeswehr in den zurückliegenden Wochen in sechs Einsätzen mehr als 2000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Erst am Dienstag nahm die "Berlin" gut 90 Kilometer nordöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis 249 Menschen aus zwei Schlauchbooten an Bord, darunter zwölf Kinder und 32 Frauen.

Seit dem Jahresbeginn erreichten bereits etwa 40.000 Flüchtlinge aus Nordafrika über das Mittelmeer die Europäische Union, die meisten von ihnen Italien oder Griechenland. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen bis Mitte Mai fast 1800 Menschen auf der gefährlichen Überfahrt ums Leben.

Mit einer Militärmission will die Europäische Union künftig das Schleusen von Flüchtlingen über das Mittelmeer unterbinden. Vier deutsche Soldaten sollen sich zunächst an den Planungen dafür im Hauptquartier in Rom beteiligen, wie die Bundeswehr am Mittwoch mitteilte. Demnach geht es um Operationsplanung und -führung sowie Nachrichtengewinnung und Aufklärung.

Die EU-Länder hatte im Mai den Plan gebilligt, mit einem Marineeinsatz gegen Schlepperbanden vorzugehen. In einer ersten Stufe sollen Schiffe und Überwachungsflugzeuge Informationen über die Schleusernetze sammeln. Für ein militärisches Vorgehen gegen Schlepperboote, das bis zu ihrer Zerstörung reichen könnte, will die EU ein Mandat der Vereinten Nationen.

(xity, AFP)


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