Bundeswehrpannen: Von der Leyen kritisiert Amtsvorgänger

Mangelnde Kontrolle bei Rüstungsprojekten vorgeworfen

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einem Zeitungsbericht zufolge nach der Pannenserie bei der Bundeswehr ihre Amtsvorgänger kritisiert.

Berlin - Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, warf sie in der Sitzung der Unionsbundestagsfraktion ihren Vorgängern unter anderem mangelnde Kontrolle bei Rüstungsprojekten vor. Sie habe nach ihrem Amtsantritt viele Aufräumarbeiten erledigen müssen, zitierte die Zeitung von der Leyen unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung.

Immerhin habe ihr Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) mit der Einsetzung des "Rüstungsbords" begonnen, sich einen Überblick über den Zustand der Bundeswehr zu verschaffen, erklärte von der Leyen demnach. Neben de Maizière war auch Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) bei der Fraktionssitzung anwesend. Beide hätten die Ausführungen von der Leyens reglos verfolgt, berichten Teilnehmer laut dem Bericht.

Ein externes Gutachten der Rüstungsprojekte der Bundeswehr hatte gravierende Mängel aufgedeckt. Es ergab, dass alle neun untersuchten Projekte zwischen zweieinhalb und neun Jahren Verspätung haben. Sieben der neun Vorhaben wurden zudem deutlich teurer als geplant - teilweise im Milliardenbereich. Zudem waren die gelieferten Produkte oft mit Mängeln behaftet.

Zu den begutachteten Vorhaben gehören beispielsweise der Transportflieger A400M oder der Schützenpanzer "Puma". Die neun Projekte machten knapp 57 Milliarden Euro oder rund zwei Drittel des Gesamtvolumens der Rüstungsinvestitionen aus.

(xity, AFP)