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Bundeswehr: Wohl keine Probleme bei C-Waffen-Zerstörung

Kommandant Mascow: Keine Hinweise auf Komplikationen

Bei der geplanten Zerstörung der aus Syrien abtransportierten flüssigen Giftgase auf dem Mittelmeer rechnet die Bundeswehr nicht mit Komplikationen.

Berlin - "Es gibt weder Hinweise aus dem terroristischen Bereich noch Hinweise auf Proteste etwa von Umweltorganisationen", sagte Fregattenkapitän Jörg Mascow, Kommandant der "Augsburg", die den Einsatz absichern soll, telefonisch aus dem sizilianischen Catania der Nachrichtenagentur AFP. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Giftgas nun "zum Glück" binnen weniger Wochen unschädlich gemacht werde.

Das aus Syrien verbrachte Giftgas befindet sich derzeit vollständig im Hafen von Gioia Tauro im Süden Italiens. Dort sollen die zuletzt eingetroffenen Bestände bis Donnerstag vollständig auf das US-Schiff "MV Cape Ray" verladen sein. Auf dem umgebauten Frachtschiff sollen sie dann im sogenannten Hydrolyseverfahren auf offenem Meer unter Einsatz von Wasser und verschiedenen Chemikalien unschädlich gemacht werden. Übrig bleiben sollen Reststoffe, die private Spezialfirmen entsorgen sollen.

Theoretisch könne es "natürlich Komplikationen geben - etwa, dass die ´Cape Ray´ angegriffen wird", sagte Mascow AFP. Als Möglichkeiten nannte er etwa Attacken durch Hochgeschwindigkeitsboote oder aus der Luft. Zudem könnten "wie überall im Leben auch Unfälle passieren". Aus derzeitiger Sicht sei damit aber nicht zu rechnen.

In der Einsatzplanung werde davon ausgegangen, "dass der Hydrolyseprozess bis zu 90 Tage andauert". "Es kann aber auch sein, dass es schneller geht", sagte Mascow. Die Dauer des Einsatzes sei unter anderem "abhängig vom Seegang", weil die Flüssigkeiten "immer anfällig für Bewegungen" seien, ergänzte der Kommandant. Geplant sei aber, die Hydrolyse rund um die Uhr laufen zu lassen.

Die "Augsburg" mit ihrer etwa 190 Mann starken Besatzung soll am Donnerstag im Mittelmeer auf die "Cape Ray" stoßen. Zum Schutz des Einsatzes ist nach Mascows Angaben zunächst noch ein italienisches Schiff eingeteilt, später sollen sich auch Fregatten aus den USA und der Türkei beteiligen. "Es werden immer mehrere Schiffe zeitgleich mit der ´Cape Ray´ stehen", sagte Mascow. Zudem würden "Flugzeuge verschiedener Marinen", jedoch keine Bundeswehrmaschinen, zur Absicherung eingesetzt.

"Wir operieren nur im zentralen Mittelmeer", sagte Mascow. Die Schiffe bewegten sich "die ganze Zeit", das Einsatzgebiet liege dabei "zwischen Sizilien und Kreta". Auf der "Augsburg" herrsche eine "tolle Stimmung". "Alle freuen sich, dass wir kurz vor knapp die ´Cape Ray´ noch begleiten können", sagte Mascow. Hintergrund ist, dass die "Augsburg" seit Wochen einsatzbereit ist und am Sonntag von der Fregatte "Schleswig-Holstein" abgelöst wird.

(xity, AFP)


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