Bundeswehr stufte 22 Soldaten als Islamisten ein

Wehrbeauftragter: Islamismus in der Armee eine "reale Gefahr"

Die Bundeswehr hat in den vergangenen zehn Jahren 320 Soldaten wegen des Verdachts auf Verbindungen zu Islamisten überprüfen lassen.

Berlin - In 22 Fällen seien Soldaten als Islamisten eingestuft worden, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mit. Von ihnen wurden demnach 17 entlassen, die anderen fünf hatten das Ende ihrer Dienstzeit ohnehin erreicht.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) warnte in der "Bild"-Zeitung davor, dass Islamisten die Ausbildung in der Bundeswehr für den Dschihad missbrauchen könnten. "Sicher ist, dass die Bundeswehr wie andere Streitkräfte auch attraktiv sein kann für Islamisten, die eine Waffenausbildung haben wollen", sagte Bartels. Islamismus sei zwar nicht das Hauptproblem der Bundeswehr, stelle aber "eine reale Gefahr dar, die man ernst nehmen muss".

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung reisten in den vergangenen Jahren mindestens 29 ehemalige Bundeswehrsoldaten nach Syrien und in den Irak aus. Einige davon sollen sich auch der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

(xity, AFP)