21.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundeswehr fliegt offenbar 40 verletzte Ukrainer aus

Bundeswehr fliegt offenbar 40 verletzte Ukrainer aus

Demonstranten und Polizisten sollen behandelt werden

Laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" soll die Bundeswehr in der kommenden Woche 40 bei Straßenschlachten verletzte Ukrainer zur Behandlung nach Deutschland ausfliegen.

Berlin - Ein Bundeswehr-Airbus werde die Patienten kommende Woche nach Berlin bringen, von wo aus sie in verschiedene Kliniken gebracht würden, berichtete die "Bild am Sonntag". Unter ihnen seien Demonstranten und Polizisten, die am Rande der Proteste auf dem Maidan-Platz verwundet worden seien - viele von ihnen durch Schüsse.

"Den Verletzten wollen wir helfen, wieder ein gutes und möglichst normales Leben führen zu können", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der Zeitung. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete es als "Selbstverständlichkeit, dass Deutschland Solidarität mit den Menschen der Ukraine zeigt. Die Ärzteteams der Bundeswehr sind bereits in Kiew vor Ort und bereiten alles vor." Dem Bericht zufolge hatten Vertreter des ukrainischen Parlaments die deutsche Botschaft in Kiew um Hilfe gebeten, da die Patienten in der Ukraine unzureichend behandelt würden.

Bei den Protesten der proeuropäischen, von Rechtsextremen durchsetzten Regierungsgegner auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, die Ende Februar zum Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch führten, waren dutzende Demonstranten und 15 Polizisten getötet worden. Unzählige Menschen wurden zudem verletzt. Inzwischen hat sich der Krisenbrennpunkt auf die ukrainische Halbinsel Krim verlagert, wo die Führungen in Kiew und Moskau um Einfluss ringen.

Bei der Beilegung dieses Konflikts könne Deutschland "eine überaus nützliche Rolle" spielen, etwa indem es "zur Dämpfung der existierenden kriegerischen Rhetorik beiträgt", sagte der russische Botschafter in Berlin, Wladimir Grinin, der "Bild am Sonntag". Zugleich warnte er davor, die "auf einem äußerst hohen Niveau" gepflegten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland aufs Spiel zu setzen. Den westlichen Massenmedien warf Grinin "eine beispiellose Propagandakampagne" gegen seine Regierung vor, mit der die Welt "in die Irre geführt" werde.

(xity, AFP)


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